Archiv für Dezember, 2007

Im Zuge eines Gesprächs mit einem Consultant aus der IT-Branche kamen wir auf IPTV zu sprechen. Ich hatte mich beklagt über die mangelhaften mobilen Internettarife, und er lieferte mir den Grund: Die Provider bauen derzeit alle Bandbreiten für IPTV aus und wollen es massiv in den Markt drängen. Grund genug, sich mit dem Thema ein wenig genauer auseinanderzusetzen und sich schon frühzeitig Gedanken darüber zu machen, wie IPTV Werbung und Kommunikation beeinflussen wird.

[den ganzen Beitrag im PR Blogger lesen

Thomas Euler

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5 Minuten machen einen halben Tag

Heute wollte ich eigentlichen um 16:45 von München nach Dortmund fliegen. Was, wie sich der ein oder andere spitzfindige Leser vielleicht schon denken kann, nicht ganz geklappt hat. Alles fing an mit der U-Bahn, die ein paar Minuten verspätet ankam. Natürlich verpasste ich somit meine Anschluss-S-Bahn und musste die nächste nehmen. Die fuhr 20 Minuten später. Machte eine planmäßige Ankunft um 16:17 am Flughafen München. Inklusive Weg vom Gleis zur Ausgabe der Boardingkarten kam ich dort erst um 16:21 an. Schlecht in Anbetracht der Tatsache, dass man die Boardingkarte 30 Minuten vor Abflug abholen muss – dazu war ich offensichtlich 6 Minuten zu spät dran.

Zwar war weder bei der Kontrolle noch am Check-in viel los, aber Kulanz scheint Germanwings in dieser Hinsicht auch nicht zu kennen. Ich bin sehr sicher, dass ich in den 24 verbleibenden Minuten pünktlich zum Boarding am Gate gewesen wäre – aber ohne Boardkarte, die mir verweigert wurde, auch kein Durchkommen zum Gate. Logischerweise. Also durfte ich im Endeffekt 140€ bezahlen um auf den 20:30 Flug umzubuchen. Bei einem Preis von knapp 25€ für den ursprünglichen Flug schon ein enormer Aufschlag.

Wer ist nun schuld daran? Ich, weil ich knapp kalkuliert habe und nicht so gefahren bin, dass ich schon 1,5 Stunden vor Abflug am Flughafen angekommen bin? Ja. Die U-Bahn, die nicht kam, wie sie hätte kommen müssen, um mich pünktlich zu meinem Anschluss zu befördern? Ja. Germanwings, weil sie ihre Software offensichtlich so gestalten, dass Kulanz unmöglich ist, wie mir der Mann am Schalter erklärte (Auch wenn er wolle, könne er nichts mehr tun, da er nicht mehr auf den Flug zugreifen könne)? Ja, auch die.

Eine ungünstige Verkettung der Ereignisse also. Wobei mich die happigen Gebühren und der (in meinen, von internen Flughafenabläufen keine große Ahnung habenden, Augen) unflexible Service von Germanwings am meisten ärgern.

Thomas Euler

Ich habe keinen Hehl daraus gemacht, dass ich StudiVZ weder sonderlich nützlich, noch sonderlich symphatisch fand. Dennoch bin ich dort geblieben, weil ich recht viele Kontakte hatte und man so mehr oder minder (eher letzteres) in touch blieb. Nun allerdings bin ich in meinem Feedreader auf diesen Artikel von der DonAlphonso gestoßen. Glücklicherweise muss ich sagen, denn der Account lief über eine Spamemailadresse, so dass ich ohne den Artikel vermutlich nie auf die neuen AGBs aufmerksam geworden wäre – zumindest nicht, bevor es zu spät gewesen wäre.

Dort steht nämlich zum Beispiel:

„Mit der erfolgreichen Exmatrikulation eines Nutzers ist der Account des Nutzers nicht mehr zugänglich und sind die vom Nutzer in seinem Profil (”Meine Seite”) gemachten Angaben über das studiVZ-Netzwerk nicht mehr einsehbar.“

und:

„Zudem erkläre ich mich einverstanden, dass studiVZ meine personenbezogenen Daten nutzt, um mir Marketing-Mitteilungen unter Verwendung elektronischer Post zuzusenden (z.B. zum Versand von E-Mails an die von mir für die Nutzung des StudiVZ-Netzwerkes verwendete E-Mail-Adresse, SMS-Werbung an die von mir hinterlegte Mobilfunk-Rufnummer sowie von Nachrichten mit werbendem Charakter über den Nachrichtendienst von studiVZ oder einen von mir angegebenen Instant-Messenger).“

Das war der bekannte Tropfen, der das Fass – ihr wisst schon. Also habe ich mir Gedacht: „Spread the Word!“ und meine ganzen Kontake angeschrieben, auf den Artikel hingewiesen und abschließend meinen Account ins digitale Nirvana verbannt. Vielleicht zieht ja der ein oder andere nach. Es wäre wünschenswert.

Möge dies im Übrigen auch Facebook eine Warnung sein, gar nicht erst auf solche Gedanken zu kommen. Beacon war schon ganz, ganz knapp an meiner Toleranzgrenze.

Thomas Euler

Die Marke Mensch

Manchmal ist es schon komisch. Diesen Artikel zum Thema „Menschen als Marke“ habe ich seit ein paar Tagen im Kopf und heute unterhalte ich mich mit einigen Kommilitonen, als eine der anwesenden Damen zu mir sagt: „Du bist ja auch schon fast eine Marke!“.

Womit wir direkt beim Thema wären. Immer öfter lese ich Sätze wie den, dass der- oder diejenige quasi eine Marke sei („Die Marke Franz Beckenbauer“o.ä.). Stimmt das also? Ist Franz Beckenbauer eine Marke? Ich behaupte: Nein. Denn er ist ein Mensch. So banal es klingt, so fundamental ist diese Aussage. Ein Mensch ist ein Mensch ist ein Mensch.

Natürlich klingt es unwahrscheinlich hip, von einer Person als Marke zu sprechen. Und siehe da, betrachtet man die Funktionsweise einer Marke, könnte tatsächlich der Eindruck entstehen, an der Aussage sei was dran. Ein Kernelement der Marke ist ihr Image. Kevin Lane Keller definiert – man verzeihe mir den kleinen Ausflug in die Markentheorie – dieses folgendermaßen:

„Das Markenimage kann als Wahrnehmung einer Marke, die in Form von Markenassoziationen im Gedächtnis von Nachfragern repräsentiert sind, definiert werden.“

(aus: Conceptualizing, measuring, managing customer-based brand equity; Journal of Marketing Vol. 57)

Marken schaffen also Images, Eindrücke bei den Menschen. Sie zielen darauf ab, ein bestimmtes Bild in unseren Köpfen zu erzeugen. In Web 2.0-Sprech sozusagen eine Werte-Cloud schaffen, die wir fix mit ihr verbinden. Das macht Franz Beckenbauer auch. Sehen wir ihn oder hören seinen Namen, denken wir an Dinge wie: Erfolg, Erfahrung, Fußball und Respekt. Oder ähnliches.

Haben sie also doch Recht, die Menschen Marken schimpfen? Auf zwei Wege gleich kann man sie widerlegen. Nummer eins, der wissenschaftliche:

„Im Kern stellen Marken schutzfähige Zeichen zur Unterscheidung von Produkten dar.“

So die Definition der American Marketing Association. Eine Marke ist, auch laut deutschem Recht übrigens, ein geschütztes Zeichen. Dies können etwa Bild- und Schriftzeichen, Hörzeichen oder Personennamen sein. Herr Beckenbauer könnte also durchaus sogar zur Marke werden – er müsste sie sich allerdings schützen lassen. Hat er nicht, also ist er auch keine Marke.

Der zweite Weg allerdings ist wesentlich spannender. Nochmal zurück zum Markenimage: Eine Marke, die ein Unternehmen, ein Produkt oder eine Dienstleistung kennzeichnet, soll durch geschicktes Markenmanagement mit Inhalten, seien es Werte oder Emotionen, aufgeladen werden. Beispiel: Die Deutsche Bank ist ehrlich. Ist sie aber nicht. Die Deutsche Bank ist ein Unternehmen. Ehrlich kann sie erst durch die Menschen werden, aus denen sie besteht.

Dies ist letztlich auch die Leistung der Marke, Eigenschaften, die einen Menschen auszeichnen können, auf ein Unternehmen oder Produkt zu übertragen. Genau aus diesem Prinzip haben sich Marken einst entwickelt. Menschen haben ihren Namen auf die Produkte geschrieben, die sie herstellten und damit für deren Qualität gebürgt. Dies haben sie schon in der Antike getan und ein Herr Hipp tut es noch heute.

Positiv ausgelegt wäre die Marke Franz Beckenbauer damit eine Unnötige Doppelung (Der Mensch ist eine Marke die wie ein Mensch wirken soll). Negativ gesehen stellen derlei Worte die Perversion zur Schau, mit der heutzutage immer neue Konzepte geschaffen werden, um Vermarktbarkeit zu schaffen. Setzen sie sich durch, haben Prominente bald ihre eigenen Markenmanager. Die dann dem Menschen ein menschliches Image aufdrücken müssen. Unser Beispiel Beckenbauer könnte sich dann zurücklehnen und einfach nur Produkt sein. Einen Menschen machen dann ja andere aus ihm.

Kurznotiz: Geflasht

In den letzten Tagen türmen sich in meinem Feedreader die Items und ich komme nicht wirklich dazu, sie abzuarbeiten. Jetzt grade habe ich mich mal wieder drangemacht, um die Zahl nicht vierstellig werden zu lassen. Dabei habe ich, wenn auch etwas verspätet, diesen Beitrag vom Fischmarkt entdeckt, in dem es um die Reaktionen zur neuen Website geht:

Mancher bezweifelt zwar noch die Ernsthaftigkeit der Website-Lösung („das muss ein scherz sein, oder?“), aber dass die Website „Mut zum Querdenken“ beweist und der Zeit voraus zu sein scheint, darin sind sich die Kommentatoren einig. Es macht Spaß, das alles zu lesen.

Hatte sie mir zwar schon mal flüchtig angeguckt, dabei aber wohl mit meinem einzigen Klick auf ‚Blog‘ genau das falsche Pünktchen erwischt. Hätte ich damals noch ein bisschen mehr rumgeklickt, hätte ich den eigentlichen Trick der Website nicht erst heute entdeckt. Nun gut, so flasht es mich eben erst jetzt.

Was das besondere ist? Statt aufwendig eine eigene Seite zu gestalten, wurde der ganze Content einfach auf andere Dienste verlegt und diese simpel integriert. So kommt die Unternehmensvision in Slideshare daher und die Stellenanzeigen direkt vom Jobpilot. Das hat Charme, weil es zeigt, wie vernetztes und effektives Denken aussehen kann. Außerdem unterstreichen die SinnerSchrader-Jungs nebenbei noch ihre Kompetenz im Umgang mit dem Web 2.0-Dingsda. Tolles Teil! Angucken.

Die Fortsetzung des ersten Teils, der u.a. die Frage behandelt, ob wir uns dank des Internets zu einer Gesellschaft der falsch Informierten wandeln.

Stellt das Internet eine Gefahr für den Journalismus dar, weil nun jeder publizieren kann?

Nein. Für kompetent recherchierte, gut aufbereitete Information wird es immer Bedarf geben, daran ändert auch das Medium Internet nichts. Einzig wird sich der Distributionskanal verstärkt in Richtung Web verlagern. Mit hinein in diese Fragestellung spielt auch die von vielen Journalisten bravourös kultivierte Angst vor der Ersetzung der Tageszeitung durch die Blogosphäre.

Warum allerdings muss von einem Ersetzen die Rede sein? Oder gar von einer Abschaffung des Journalismus? Aufgabe des Journalisten ja mitnichten das Füllen von Papierseiten mit Druckerschwärze, sondern die Schaffung von Inhalten, die hintergründige Aufbereitung von Informationen und eben als 4. Gewalt die Willensbildung der Bürger zu ermöglichen. Das Medium ist dafür zunächst sekundär.

Was ich durchaus glaube ist, dass im Bereich der Tageszeitungen Printprodukte über kurz oder lang hinfällig werden. Im Gegensatz zum Buch etwa, dessen Lesen ein Erlebnis darstellt und Muße erfordert, die man in Front eines Bildschirms nicht hat. Doch der primäre Nutzen einer Tageszeitung ist der Zugang zur Information. Eines der entscheidenden Gütsiegel für Information ist ihre Aktualität. Es ist ziemlich offensichtlich, dass diese im Internet wesentlich höher ist.

Wiese also sollte sich ein weniger aktuelles Medium langfristig halten können? Die Haptik der Zeitung? Wohl kaum. Etwa im Unterschied zum Hochglanzmagazin. Der vielzitierte Qualitätsjournalismus, der online angeblich nicht stattfinden kann? Ebenfalls nicht. Denn auch im Netz gibt es schon heute sehr hochwertigen Content – nur eben oftmals nicht bei den etablierten Medien, die ihre Nutzer lieber auf lange Klickstrecken schicken als ihnen auch im Internet ein gutes Feuilleton und ihre besten Autoren zu bieten. Die bewahren Sie für die Printausgaben auf, um noch einen letzten USP für sie zu schaffen. Doch auch dies wird sich ändern. Denn mit einer weiter zunehmenden Verlagerung der Werbebudgets ins Internet, wird es zunehmend lukrativer, dort präsent zu sein. Und da hochwertige Inhalte auch im Netz entscheidend sind, werden die Medienhäuser gar keine andere Wahl haben.

Letztlich muss sich also die Einsicht breit machen, dass das Internet nichts weiter als ein Kanal ist, auf dem ich Inhalte transportieren kann. Nur ist er den altbekannten Kanälen in vielerlei Hinsicht überlegen. Er ist aktueller. Er ist wesentlich günstiger als Print, was Grenzkostenfetischisten jubeln lässt. Er ist dialogisch (keine Angst vor dem Leser – er ist immerhin euer Kunde. Kostenlose Marktforschung sollte doch eigentlich Grund zur Freude sein. Und dann erst der Nutzen für die Meinungspluralität…). Er ist vernetzt. Ein Vorteil im Übrigen, der in nahezu jedem Onlineauftritt einer Zeitung oder eines Magazins viel zu wenig genutzt wird. Klar, die wollen ihre User schön bei sich behalten, doch sinnvoll und im Sinne der Leser ist das nicht. Wie müßig war es im PräLink-Zeitalter, sich die Quellen eines Berichts selbst mühselig zusammenzusuchen und wie einfach könnte es heute sein? So ließe sich die Liste noch um einiges fortführen.

Warum also die Angst vor dem Netz? Ebenso kann man es doch als wunderbare Chance betrachten. Jeder Journalist, der seinen Job liebt, sprich gerne schreibt, gerne informiert und gerne Denkanstöße gibt (bestenfalls sogar gerne neue Denkansätze findet?), sollte eigentlich verliebt ins Internet sein. Darüber, woran es liegt dass die meisten es nicht sind, kann jeder für sich selbst nachdenken.

Im Internet kann jeder schreiben und veröffentlichen, was er will. Wie soll man als Unternehmen da noch die Kontrolle über seine Kommunikation behalten?

Gegenfrage: Hatten Sie jemals wirklich die Kontrolle über die Kommunikation? Hat nicht Lieschen Müller schon immer im Dorf herumerzählt, wie miserabel ihr kürzlich erworbener Haartrockner ist? Haben die Menschen nicht schon immer mehr auf die Meinung von persönlich Bekannten vertraut, als auf die Botschaften der bunten, glitzernden Werbung? Klar haben sie.

Genau dies findet nun eben im Internet statt. „Schrecklich!“, könnte man sagen: „Da lesen das ja viel mehr Menschen!“. Stimmt. Könnte man. Alternativ kann man die Sache aber auch so betrachten: Erstmals haben Sie die Chance, mitzubekommen was die Leute über Sie reden und denken. Eine Gelegenheit, die Sie nie hatten, wenn Lieschen in Buxtehude mal wieder über ihren Haartrockner herzog.

Und natürlich können Sie nicht nur mithören, was die anderen sagen, sondern sie können mitreden. Beispielsweise Frau Müller erklären, dass sie die Plastikversiegelung schon entfernen muss, bevor ihr Haartrockner funktioniert. Oder aber, Sie entschuldigen sich für die Probleme und schicken ihr ein neues Gerät zu. Den zufriedenen Blogeintrag über ihren tollen Kundenservice gibt es übrigens gratis dazu.

Auf der Web 2.0 Mittelstandskonferenz fiel der Satz:

Wer Kommunikation beeinflussen will, muss Teil von ihr werden.

Denken Sie drüber nach.

Thomas Euler

Kurznotiz: Neues Layout

Nachdem mir mein altes Theme schon länger nicht mehr behagt hat, habe ich mich nun mal dran gemacht und Only Me mit einem neuen Gesicht versehen. Denke die zwei Sidebars entzerren die Optik doch ein wenig und das schlichtere Weiß sollte auch der Lesbarkeit zuträglich sein. Anmerkungen oder Kritik?

Was mich bei dem Theme allerdings stört: Die erste Zeile des Textes ist direkt an die drüberstehenden Angaben gedätscht – sieht nicht unbedingt schick aus. Leider entfernt der WordPress-Editor aber ein <br>-Tag zu beginn eines Textes. Irgendwelche Ideen, wie man das Problem lösen kann, ohne gleich auf einen eigenen Server samt eigenem WP umzuziehen?

Außerdem noch ein Hinweis für alle WordPress.com-User, die auch mit dem ‚Twenty-eight Thirteen‘-Template liebäugeln: standardmäßig sind alle Widgets direkt aneinander gepresst (scheint irgendwie ein durchgängiges Problem des Templates zu sein). Ich habe mir beholfen, in dem ich einfach ein leeres Text-Widget zwischen die einzelnen Tools gepackt habe.

Wer im Übrigen verärgert war, weil er Twitter nicht mit Hilfe der dort zur Verfügung stehenden Badges in WordPress.com einbinden konnte, der kann sich einfach Abhilfe schaffen, indem er seinen Twitter-RSSFeed (twitter.com/username oder mit Freunden twitter.com/home, jeweils ganz unten) in einem RSS-Widget einbaut. Leider nicht ganz so hübsch, aber besser als nichts. Habe mich nebenbei gefragt, ob ich nicht das Javascript-Badget auf einer anderen Seite hosten könnte, um diese dann via Text-Widget im Blog anzeigen zu lassen – geht sowas?

Thomas Euler

Am Dienstag hatte ich Rahmen der Web 2.0 Mittelstandskonferenz ein interessantes Gespräch mit einigen eher skeptischen Menschen zum Themenkomplex Informationen aus dem Netz. Dabei ging es um diverse Punkte die ich hier in zwei Teilen näher beleuchten will. Leider mit etwas Verspätung, allerdings ist meine Zeit momentan ziemlich knapp und zum Befüttern des eigenen Blogs bleibt leider weniger, als ich es gerne hätte. Man sehe es mir nach.

Wenn Menschen anfangen, sich nur noch über ihre jeweiligen, ganz speziellen Interessensgebiete zu informieren, indem sie entsprechende Kanäle beispielsweise via RSS abonnieren – geht dann die Grundlage für einen gesellschaftlichen Dialog über generelle Themenfelder verloren, weil eine gemeinsame Informationsbasis fehlt?

Eine absolut spannende Frage. Driften wir in eine Welt ab, in der es nur noch ganz diversifizierte Communities gibt, denen eine verbindende Gesprächsbasis fehlt? Nun, heutzutage ist es sicherlich möglich, sich nur noch in ganz bestimmten Fachblogs und -foren zu tummeln und daraus seine einzigen Informationen zu beziehen. Allerdings gibt es meines Erachtens nach zwei Punkte, die der These von einer totalen Zersplitterung der Informationsgesellschaft widersprechen.

1. Gibt es ein Grundbedürfnis des Menschen, mitreden zu können. Die Popularität von Gossipmagazinen und Co. unterstreicht dies. Beim Smalltalk im Aufzug, im Büro mit den Kollegen oder beim Besuch der Eltern: Man will mitreden können, über das, was aktuell passiert. Übrigens zieht sich dies sogar bis in die speziellsten Foren, deren Offtopic-Bereich in den meisten Fällen auch Gespräche über Bundestagswahlen oder die neusten Eskapaden von Paris Hilton beheimaten.

2. Ist die Spezialisierung ja mittlerweile kein brandneues Phänomen mehr. Auch vor 20 Jahren gab es schon Menschen, die Experten in ihrem Bereich (sei es Wissenschaft oder Hobby) waren und von speziellen Videos, Büchern bis zu Magazinen alles konsumierten, was es aus ihrem Fachgebiet gab. Waren das deshalb alles Fachidioten, mit denen ein Gespräch über andere Themen nicht mehr möglich war? Mitunter ja. Aber sicherlich nicht im überwiegenden Maße. Es ist letztlich jedes Menschen eigene Wahl, ob er sich in die Breite informiert oder nur ganz selektiv Inhalte wahrnimmt. Dies war noch nie anders. Das Internet erleichtert es natürlich ungemein, sich spezifisch zu informieren, doch wenn man sich die Zahlen anguckt, wer von diesen Möglichkeiten tatsächlich gebrauch macht, dann muss man feststellen: Die breite Masse tut dies noch nicht.

Führt das Internet zu einer Verbreitung von falschen Aussagen und Meinungen, weil Autoren mit mangelndem Fachwissen zu allem ihren Senf abgeben und die Leser ihnen alles glauben?

Sicherlich keine neue Kritik, aber eine, die sich lange hält und oft angebracht wird, wenn sich ein Gespräch um das Medium Internet dreht. Obwohl die Überlegung sicherlich nicht grundsätzlich falsch ist, ist sie auch keine Zwangsläufigkeit.

Zunächst ist entscheidend, dass gezielt, also etwa bereits in der Schule, an der Medienkompetenz der Menschen gearbeitet wird. Eine Information auf einem Blog kann falsch sein. Und eventuell ist die Gefahr, aufgrund einer mangelnden Überprüfung der Veröffentlichung, auch größer als im klassischen redaktionellen Umfeld.

Nur: Erstens gibt es auch aus ’seriösen Medienhäusern‘ oft genug Beispiele, die zeigen, dass auch dort falsches (gezielt?) verbreitet wird. Man gucke nur hier oder hier. Daraus resultiert, dass man als Rezipient stets und ständig seine Quellen hinterfragen sollte. Gleichgültig, ob es sich um ein Blog oder eine Tageszeitung handelt. Dass dies in der Realität viel zu wenig der Fall ist, gebe ich zu. Da hilft eben nur gezielte Bildung.

Zum zweiten stellen bei Weitem nicht alle Blogs private Motz- und Meckerorgane da, die auf jedwege journalistischen Qualitätsmaßstäbe verzichten. Man lese nur mal regelmäßig den Spiegelfechter. Und auch mangelndes Fachwissen ist keineswegs das neue Synonym für Blogger. Wissenschaftler wie Prof. Thomas Pleil oder erfahrene Praktiker vom Format eines Bob Batchelor betreiben exzellente Fachblogs und sind somit eine ideale Anlaufstelle, um sich mit einer Thematik näher auseinanderzusetzen. Natürlich gilt auch hier, niemals blind einer Information zu vertrauen. Wie gesagt allerdings, trifft selbiges für jegliches mediale Format zu.

Wie auch bei der herkömmlichen Presse kommt es eben auch bei Blogs darauf, welche ich denn lese. So wie sich die taz darüber ärgern würde, mit der Bild über einen Kamm geschoren zu werden, ist Blog eben nicht gleich Blog. Zunächst ist ein Weblog nämlich ein simples CMS und kann, wie jedes Blatt Papier, mit hochwertigem oder mangelhaftem Inhalt befüllt werden.

Zuletzt – auch wenn dies bestritten werden mag – reguliert sich das Netz eben doch zu einem gewissen Grad selbst. Diskussionen in Kommentaren, gegensätzliche Darstellungen auf anderen Blogs – all dies ist Ausdruck dieser Regulation. Natürlich ist hier wieder notwendig, dass der Leser eines Blogeintrags auch die Kommentare liest oder dem ein oder anderen Trackback-Link folgt. Wo wir wieder beim Thema Medienkompetenz wären.

In den nächsten Tagen folgt der zweite Teil, in dem es dann u.a. um die Frage gehen wird, ob Blogs eine Gefahr für den Journalismus darstellen.

[Update: Der zweite Teil ist nun online]

Thomas Euler

Web 2.0 für den Mittelstand

Nicht nur große Konzerne und transnationale Unternehmen können von den Errungenschaften des Web 2.0 profitieren, sondern auch der Mittelstand. Sei es der kleine Hotelier, der dank geschickter Selbstpräsentation im Netz zu einer höheren Auslastung gelangt oder der Industriemechaniker, der sich einen neuen Vertriebsweg erschlossen hat und dank des schnellen, kompetenten Online-Kundenservice lauter zufriedene Kunden hat.

Doch eines ist ebenso sicher: Im Vergleich zum Potential, das dieses „Web 2.0-Dingens“  bietet, ist die tatsächliche Nutzung noch äußerst gering. Daher finde ich Tagungen, wie diese: „Web 2.0 – die Mittelstandskonferenz: Erfolgreiches Marketing in Zeiten von Wikis, Weblogs und Co.“ äußerst begrüßenswert. Und da ich die Chance bekommen habe, dort hinzufahren, einige Interviews zu führen und etwas Berichterstattung für den PR Blogger zu machen, packe ich die Gelegenheit natürlich beim Schopfe. Ich bin gespannt, was sich in den mittelständischen Unternehmen in Richtung Web 2.0 tut und erhoffe mir darüber hinaus einige neue Inputs.

Natürlich freue ich mich über Themenwünsche, die in die Berichterstattung einfließen sollen. Der vollständige Tagungsflyer [pdf] liefert sicher einige Ideen dahingehend, die dann in den Kommentaren bestens aufgehoben sind.

Thomas Euler

Am vorvergangenen Wochenende hatte ich im Rahmen der Lobbying & PR-Tagung die Gelegenheit, ein Gespräch mit Prof. Thomas Pleil über die künftigen Herausforderungen der PR zu führen. Nachlesen kann man das ganze jetzt im PR Blogger.

Thomas Euler

In den letzten Tagen bekam ich gehäuft Fragen gestellt, was Twitter eigentlich sei, warum ich twittere, was das Tool eigentlich bringen soll und warum ich mich so wichtig nehme, dass ich der Welt meinen Alltag mitteile. Und warum ich mich total transparent mache.

Vorneweg

Letztere Frage ist bei einem Dienst wie Twitter sicherlich nicht von der Hand zu weisen. Doch es ist wie mit nahezu allen Dingen: Letztlich entscheidend ist, wie ich es nutze. Und ich achte genau darauf, was und wieviel ich via Twitter publik mache. Will man das Tool im professionellen Kontext nutzen, sollte man sich nämlich stets bewusst machen: Man agiert im öffentlichen Raum. Will man privates oder intimes twittern, sollte man seine Updates auf „protected“ stellen.

Eine kurze Erläuterung

Doch zunächst eine knappe Erklärung für all diejenigen, die den Dienst noch nicht kennen und wissen möchten, was es damit auf sich hat. Twitter ist ein sogenannter Microblogging-Dienst, ähnlich wie auch beispielsweise Jaiku oder Pownce. Die Funktionalität ist ziemlich simpel: In 140 Zeichen verfasst man einen kurzen Text und kann diesen dann veröffentlichen. Dies funktioniert via Website, Handy und Instant Messaging und ist überschrieben mit der Frage: What are you doing? Was tust du grade?

Diese Updates werden dann automatisch an alle Freunde verschickt, die sich bei Twitter tummeln. Umgekehrt sieht man natürlich auch deren neusten Einträge.

Wofür kann ich das gebrauchen?

Diese Frage stellt sich prinzipiell jeder, der zum ersten mal von dem Dienst hört. Bei mir war es nicht anders. Dennoch habe ich mich seinerzeit angemeldet, da ich quasi berufsbedingt ein natürliches Interesse an Kommunikation und entsprechenden Tools habe. Mittlerweile will ich den Service nicht mehr missen. Warum? Dies hat mehrere Gründe auf diversen Ebenen.

1 . Der Reiz des Unbedeutenden

Ein elementarer Bestandteil unseres Lebens besteht aus, oft als Nichtigkeiten abgetanen, Alltagsgeschehnissen. Doch sind es genau diese Kleinigkeiten, die unser Dasein in weiten Teilen bestimmen. Sich mit Freunden über die schimmlige Milch zu unterhalten, die man gestern gekauft hat, gehört ebenso zum Leben, wie der Bericht darüber, wie das Essen im Restaurant war. Diese Dinge machen einen (je nach Nutzer größer oder kleineren) Teil des Getwittere aus. Für sich genommen vielleicht alles tatsächlich unbedeutend und nichtig – trotzdem aber Teil des Lebens. Und Twitter macht es möglich, auch über große Distanzen ein bischen davon zu teilen. Mit Freunden, der Familie oder sonstigen Personen. Und dadurch Teilhabe am eigenen Leben zu ermöglichen.

2. Kurzfristige Kommunikation

Kein anderes Tool macht es so einfach, mit einer großen Menge Leute derart zeitnah zu kommunizieren. Erkennt man die richtigen Anwendungsmöglichkeiten, ergeben sich interessante Ansätze.

Beispielsweise ist es mittlerweile bereits des öfteren praktiziert worden, von einer Veranstaltung live zu Twittern. Somit kann man auf der einen Seite unmittelbar Informationen von dort nach außen fließen lassen, auf der anderen Seite aber auch einholen. Richtet man für einen Event einen Twitterchannel ein, erhalten auch Menschen die Chance dazu, Fragen zu stellen oder Anregungen zu geben, die nicht vor Ort sein können.

Interessant ist es auch als Social Tool, um etwa interessante Artikel, skurrile Videos oder anders an sein Twitternetzwerk zu empfehlen. Oder um eine Frage (z.B. „Suche Webentwickler, wer kann helfen?“) problemlos an eine Menge Leute zu stellen und schnell Antworten zu bekommen. Natürlich ein entsprechend großes Netzwerk vorrausgesetzt. Wer weitere Anwendungsmöglichkeiten sucht, findet mehr zu dem Thema etwa bei Klaus Eck oder Oliver Ueberholz.

3. Steuerung der eigenen Reputation

Betreibt man Kommunikation in einem professionellen Umfeld, so ist die eigene Reputation stets im Fokus aller Bemühungen. Twitter kann dabei einen Baustein darstellen, der die sonstigen Bemühungen, wie ein Blog oder eine Website, komplettiert. Nicht nur, dass Twittereinträge recht schnell von Google indexiert werden, sie ermöglichen auch einen unkomplizierten Blick darauf, mit was sich eine Person aktuell befasst. Durch gezielte Nutzung kann ich bestimmte, für mich relevante Facetten meiner Person betonen und präsentieren.

4. Twitter als Gedächtnisstütze

Wenn ich in der Uni sitze oder in einem anderen Zusammenhang etwas interessantes höre, das aus oben genannten Gründen auch inhaltlich zu meinem Twitter-Channel passt, protokolliere ich es dort kurz. Somit kann ich es jederzeit wieder finden und auf die Information zurückgreifen. Im Gegensatz zum klassischen Protokoll haben außerdem andere Menschen die Chance, sich dazu zu äußern und mir so eventuell weiteren Input zu geben. Sporadisch blättere ich auch mal durch meine älteren Beiträge und stoße auf Dinge, die ich beinahe vergessen hätte.

Take it or leave it

Wie also deutlich wird, kann Twitter durchaus ein nützliches Tool sein, das nebenbei auch noch einen gewissen Charme mit sich bringt. Wirklich erklären kann man den Reiz vermutlich dennoch nicht, weshalb ich letztlich nur jeden dazu auffordern kann, mit dem Tool ein wenig zu experimentieren. Wenn es gefällt und als nützlich erachtet wird, bleibt man dabei, sonst lässt man es eben wieder sein.

Thomas Euler

Weiterführende Infos:

Ein interessantes Video zum Thema von Technology Review

Twitter als Publicity Network bei CenterNetworks

10 Twitter-Thesen vom PR-Blogger

17 Anwendungsideen vom Webworkblogger

Und zuletzt natürlich: Mein Twitter-Channel