Twitter und das „Warum?“

In den letzten Tagen bekam ich gehäuft Fragen gestellt, was Twitter eigentlich sei, warum ich twittere, was das Tool eigentlich bringen soll und warum ich mich so wichtig nehme, dass ich der Welt meinen Alltag mitteile. Und warum ich mich total transparent mache.

Vorneweg

Letztere Frage ist bei einem Dienst wie Twitter sicherlich nicht von der Hand zu weisen. Doch es ist wie mit nahezu allen Dingen: Letztlich entscheidend ist, wie ich es nutze. Und ich achte genau darauf, was und wieviel ich via Twitter publik mache. Will man das Tool im professionellen Kontext nutzen, sollte man sich nämlich stets bewusst machen: Man agiert im öffentlichen Raum. Will man privates oder intimes twittern, sollte man seine Updates auf „protected“ stellen.

Eine kurze Erläuterung

Doch zunächst eine knappe Erklärung für all diejenigen, die den Dienst noch nicht kennen und wissen möchten, was es damit auf sich hat. Twitter ist ein sogenannter Microblogging-Dienst, ähnlich wie auch beispielsweise Jaiku oder Pownce. Die Funktionalität ist ziemlich simpel: In 140 Zeichen verfasst man einen kurzen Text und kann diesen dann veröffentlichen. Dies funktioniert via Website, Handy und Instant Messaging und ist überschrieben mit der Frage: What are you doing? Was tust du grade?

Diese Updates werden dann automatisch an alle Freunde verschickt, die sich bei Twitter tummeln. Umgekehrt sieht man natürlich auch deren neusten Einträge.

Wofür kann ich das gebrauchen?

Diese Frage stellt sich prinzipiell jeder, der zum ersten mal von dem Dienst hört. Bei mir war es nicht anders. Dennoch habe ich mich seinerzeit angemeldet, da ich quasi berufsbedingt ein natürliches Interesse an Kommunikation und entsprechenden Tools habe. Mittlerweile will ich den Service nicht mehr missen. Warum? Dies hat mehrere Gründe auf diversen Ebenen.

1 . Der Reiz des Unbedeutenden

Ein elementarer Bestandteil unseres Lebens besteht aus, oft als Nichtigkeiten abgetanen, Alltagsgeschehnissen. Doch sind es genau diese Kleinigkeiten, die unser Dasein in weiten Teilen bestimmen. Sich mit Freunden über die schimmlige Milch zu unterhalten, die man gestern gekauft hat, gehört ebenso zum Leben, wie der Bericht darüber, wie das Essen im Restaurant war. Diese Dinge machen einen (je nach Nutzer größer oder kleineren) Teil des Getwittere aus. Für sich genommen vielleicht alles tatsächlich unbedeutend und nichtig – trotzdem aber Teil des Lebens. Und Twitter macht es möglich, auch über große Distanzen ein bischen davon zu teilen. Mit Freunden, der Familie oder sonstigen Personen. Und dadurch Teilhabe am eigenen Leben zu ermöglichen.

2. Kurzfristige Kommunikation

Kein anderes Tool macht es so einfach, mit einer großen Menge Leute derart zeitnah zu kommunizieren. Erkennt man die richtigen Anwendungsmöglichkeiten, ergeben sich interessante Ansätze.

Beispielsweise ist es mittlerweile bereits des öfteren praktiziert worden, von einer Veranstaltung live zu Twittern. Somit kann man auf der einen Seite unmittelbar Informationen von dort nach außen fließen lassen, auf der anderen Seite aber auch einholen. Richtet man für einen Event einen Twitterchannel ein, erhalten auch Menschen die Chance dazu, Fragen zu stellen oder Anregungen zu geben, die nicht vor Ort sein können.

Interessant ist es auch als Social Tool, um etwa interessante Artikel, skurrile Videos oder anders an sein Twitternetzwerk zu empfehlen. Oder um eine Frage (z.B. „Suche Webentwickler, wer kann helfen?“) problemlos an eine Menge Leute zu stellen und schnell Antworten zu bekommen. Natürlich ein entsprechend großes Netzwerk vorrausgesetzt. Wer weitere Anwendungsmöglichkeiten sucht, findet mehr zu dem Thema etwa bei Klaus Eck oder Oliver Ueberholz.

3. Steuerung der eigenen Reputation

Betreibt man Kommunikation in einem professionellen Umfeld, so ist die eigene Reputation stets im Fokus aller Bemühungen. Twitter kann dabei einen Baustein darstellen, der die sonstigen Bemühungen, wie ein Blog oder eine Website, komplettiert. Nicht nur, dass Twittereinträge recht schnell von Google indexiert werden, sie ermöglichen auch einen unkomplizierten Blick darauf, mit was sich eine Person aktuell befasst. Durch gezielte Nutzung kann ich bestimmte, für mich relevante Facetten meiner Person betonen und präsentieren.

4. Twitter als Gedächtnisstütze

Wenn ich in der Uni sitze oder in einem anderen Zusammenhang etwas interessantes höre, das aus oben genannten Gründen auch inhaltlich zu meinem Twitter-Channel passt, protokolliere ich es dort kurz. Somit kann ich es jederzeit wieder finden und auf die Information zurückgreifen. Im Gegensatz zum klassischen Protokoll haben außerdem andere Menschen die Chance, sich dazu zu äußern und mir so eventuell weiteren Input zu geben. Sporadisch blättere ich auch mal durch meine älteren Beiträge und stoße auf Dinge, die ich beinahe vergessen hätte.

Take it or leave it

Wie also deutlich wird, kann Twitter durchaus ein nützliches Tool sein, das nebenbei auch noch einen gewissen Charme mit sich bringt. Wirklich erklären kann man den Reiz vermutlich dennoch nicht, weshalb ich letztlich nur jeden dazu auffordern kann, mit dem Tool ein wenig zu experimentieren. Wenn es gefällt und als nützlich erachtet wird, bleibt man dabei, sonst lässt man es eben wieder sein.

Thomas Euler

Weiterführende Infos:

Ein interessantes Video zum Thema von Technology Review

Twitter als Publicity Network bei CenterNetworks

10 Twitter-Thesen vom PR-Blogger

17 Anwendungsideen vom Webworkblogger

Und zuletzt natürlich: Mein Twitter-Channel


  1. 1 Social Media Strategie für Studenten « Only Me

    […] Stelle soll nicht im Detail erklärt werden, was Twitter ist und wie es funktioniert. Dies kann an anderer Stelle nachgelesen werden. Stattdessen will ich nur einen Use-case vorstellen, der für alle Studenten […]




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