Social Media Strategie für Studenten

 

Vor einigen Tagen las ich im PR-Blogger einen interessanten Beitrag von Christoph Bauer (an dieser Stelle übrigens Glückwunsch an meinen Nachfolger als Praktikant 2.0). Er befasst sich mit dem Thema, wie und warum Studenten Social Media für sich nutzen können und vor allem, welche Grundregeln sie zu beachten haben. An seine Aussagen möchte ich hier anknüpfen und mich der Frage widmen, wie denn Konkret eine Strategie aussehen kann, die Studenten dabei hilft:

  • sich frühzeitig für Arbeitgeber interessant zu positionieren,
  • ein Netzwerk im künftigen Berufsumfeld zu knüpfen,
  • sich über das Studium hinaus in relevanten Fachgebieten weiterzubilden.

Wer daran interessiert ist, der Erreichung dieser Ziele näher zu kommen und weiterliest, der wird praxiserprobte Antworten auf Fragen finden wie: „Welche Tools und Services sollte ich benutzen?“ oder „Wie sollte ich die  unterschiedlichen Tools einsetzen?“.

Welche Tools nutzen?

Egal ob die Rede ist von „Vitamin B“, „professional network“ oder dem „Bekannten eines Freudes“, Beziehungen sind heute mehr denn je von entscheidender Bedeutung wenn es um Erfolg oder Misserfolg geht. Im Internet wird der Vernetzungsgrad regelrecht zur harten Währung. 

Daher kann man unmöglich zu früh damit Anfangen, Kontakte zu interessanten Menschen zu knüpfen. Doch wo findet man diese? Online schreiben sie Blogs, beteiligen sich in Fachforen und nutzen mitunter weitere Tools um sich mit gleichgesinnten auszutauschen. Also folgt für Dich als Student: Beteilige dich an den Dialogen die online in deinem Fachgebiet stattfinden. Konkret bedeutet das:

  • in Blogs kommentieren
  • in Fachforen mitdiskutieren

Wie findest Du entsprechende Blogs? Nun, im Grunde so wie Du es auch zu diesem Blog hier geschafft hast: suchen. Allerdings gibt es spezielle Blog-Suchdienste, die Dir die Recherche wesentlich vereinfachen. Die besten Anlaufstellen sind Technorati und die Google Blogsuche. Foren zu allen erdenklichen Businessbereichen finden sich z.B. bei Xing.

Ein eigenes Blog

Doch warum die eigenen Gedanken und das eigene Fachwissen nur auf anderen Seiten verteilen? Weder können Blogautor noch übrige Kommentarleser so genauer beurteilen, mit wem sie es zu tun haben, noch profitiert Deine Onlinereputation so besonders. Der nächste Schritt besteht daher darin, eine Anlaufstelle zu Deiner Person im Internet zu schaffen. Prinzipiell stehen dazu mehrere Optionen zur Auswahl: eine klassische, statische Website, ein eigenes Blog oder ein Profil in einem Social Network.  

Die Website allerdings mutet im Zeitalter des Dialogs recht antiquiert an und ist zudem nicht von jedermann problemlos zu erstellen. Social Network Profile sind schon geeigneter und gehören definitiv zu einer erfolgreichen Strategie im Social Web. Jedoch sind die meisten Networks geschlossene Räume und daher für Nichtmitglieder nicht einsehbar (eine prominente Ausnahme stellt Xing dar). Wer also vor einigem, regelmäßigen Aufwand nicht zurückschreckt, dem empfehle ich, ein eigenes Blog einzurichten.

Ein gut gepflegtes Blog mit fachthematischem Schwerpunkt – also kein privates Onlinetagebuch – bietet eine ideale Möglichkeit die eigenen Kompetenzen zu präsentieren. Wer zudem noch schafft, sich mit Autoren im eigenen Fachgebiet zu vernetzen, kann darüber hinaus von spannendem Austausch profitieren. Technische Kenntnisse sind zudem kaum nötig, wenn man sich für eine gehostete Variante entscheidet. Kostenlose Lösungen finden sich etwa bei WordPress.com, Blogger oder Blog.de

Social Networks richtig nutzen

Social Networks sind ein zweischneidiges Schwert. Einerseits liest man immer wieder von Menschen, denen eine unvorteilhafte Network-Präsenz einen (potentiellen) Job gekostet oder anderweitig zu Schaden gereicht hat. Andererseits lassen sie sich aber auch dazu nutzen, sich selbst zu präsentieren, Kontakte zu knüpfen und zu managen sowie, im Berufsleben, Aufträge zu gewinnen. 

Damit letzteres der Fall ist, gilt es ein paar einfache (und eigentlich vollkommen logische) Grundregeln zu beachten, wenn man seine Profile anlegt und pflegt. Zunächst aber zur Frage, welche Netzwerke man überhaupt nutzen sollte. Prinzipiell gibt es zwei Ansätze. Der erste geht davon aus, dass man seinen Namen auf möglichst jeder Plattform reservieren sollte um gefunden zu werden. Natürlich ist es nahezu unmöglich auf gefühlten 1000 Social Networks aktiv zu sein, weshalb bei diesem Ansatz Hauptaufgabe des Profils ist einen Link z.B. zum eigenen Blog zur Verfügung zu stellen. 

Der zweite Ansatz, den ich persönlich bevorzuge, geht davon aus, dass nur ein gepflegtes Profil ein gutes Profil ist. Und da es nicht in Arbeit ausarten soll, etwa wenn man nach seinem Umzug die Adresse updaten muss, wähle ich wenige Netzwerke, halte diese aber dafür gut in Schuss. Meines erachtens nach sind die sinnvollsten Social Networks, auf denen man vertreten sein sollte, Facebook und Xing. Je nach eigenem Fachgebiet gibt es dann eventuell noch ein kleines, fachspezifisches Network, bei dem sich eine Mitgliedschaft lohnt.

Wie bereits erwähnt, gilt es einige Regeln zu beachten beim sozialen netzwerken. Ein Gedanke muss Dir dabei stets präsent sein: 

Was immer Du im Internet tust ist öffentlich!

Bedenke dies bei allem, was Du tust. Lade keine Bilder hoch auf denen Du volltrunken in des Nachbars Blumenkübel urinierst, trete keiner Gruppe wie ‚Ich will nur feiern, fi***n und saufen‘ bei und verhalte Dich auch bei Pinnwandeinträgen oder Forenbeiträgen zivilisiert. Alles andere kann böse auf dich zurückkommen. Kontrolliere bei Facebook (und StudiVz, wenn Du dort Mitglied bist) auch regelmäßig die Fotos, auf denen Du verlinkt wurdest und lösche unvorteilhafte Verlinkungen. Wenn Du deinen Freunden gewisse Inhalte unbedingt zugänglich machen willst, beispielsweise eben jenes Foto von Dir und dem Blumenkübel, dann nutze die Privacy-Einstellungen von Facebook. Sprich: lege eine Gruppe für die Freunde an, die Du wirklich kennst, und gebe nur Ihnen entsprechenden Content frei. Aber Vorsicht: Im Internet kursieren gewisse Tools, mit denen man diese Sperre umgehen kann und ich kenne Gerüchte, dass manche Personaler sie mitunter auch nutzen.

Sind diese grundsätzlichen Verhaltensregeln verinnerlicht, muss es keineswegs langweilig werden. Stattdessen solltest Du:

  • interessanten Gruppen beitreten und Dich dort einbringen
  • Dein Profil wie einen Lebenslauf gestalten
  • interessantes aus dem Web mit deinem Netzwerk teilen (Bookmarks u.ä.)
  • Deine sonstigen Webinhalte bei Facebook aggregieren und bei Xing im Profil verlinken

Stets up-to-date mit Twitter 

An dieser Stelle soll nicht im Detail erklärt werden, was Twitter ist und wie es funktioniert. Dies kann an anderer Stelle nachgelesen werden. Stattdessen will ich nur einen Use-case vorstellen, der für alle Studenten relevant sein dürfte, unabhängig davon, ob sie ein so großes Mitteilungsbedürfnis haben und selbst aktiv twittern wollen oder dies lieber anderen überlassen. 

Denn sowohl die Einen wie auch die Anderen können auf eine Weise sicher von dem Microblogging Service profitieren: Interessante Informationen in Echtzeit. Besonders in der englischsprachigen Welt ist die Nutzung des Tools inzwischen so weit fortgeschritten, dass ich davon ausgehe aus nahezu jedem Themengebiet zumindest ein paar relevante Personen auf Twitter entdecken zu können.

Daher ist mein Tipp für wirklich jeden ambitionierten Studenten: Lege Dir einen Account an, suche einige interessante Personen aus deinem Bereich und followe ihnen. Die Links zu Artikeln und anderen Informationen werden garantiert dafür sorgen, dass Du stets auf der Höhe der Zeit bist und immer was zu lesen hast. Und wem es nicht zu suspekt ist, auf diese Art und Weise zu kommunizieren, der sollte sich auch mal aktiv einbringen, eigene Fundstücke teilen und sich so enger vernetzen. Oder warum nicht bei der nächsten Hausarbeit mal nach interessanten Quellen fragen? 

Fazit

Im Internet hat jeder seine Reputation in der Hand und kann – einfacher denn je – aktiv beeinflussen wie er medial dargestellt werden will. Dies können auch Studenten für sich nutzen, um etwa bei der nächsten Bewerbung positiv hervorzustechen. Geld, notorisch knappe Resource unter Studenten, ist dazu nicht notwendig. Stattdessen bedarf es einer guten Strategie und dem Willen, sich einzubringen. Es geht nicht darum zu blenden, sondern sich aktiv zu beteiligen und dort zu finden zu sein, wo sich andere, bereits erfahrene Menschen aufhalten. Denn von ihnen kannst Du lernen. Und dieser Einsatz bleibt auch einem potentiellen Arbeitgeber nicht verborgen.  

Thomas Euler (Twitter: ThomasE)

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  1. Interessanter Ansatz, eine Strategie zielgruppengerecht aufzubereiten. Sehr gelungener Artikel an den man andere gern verweist.




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