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Die Fortsetzung des ersten Teils, der u.a. die Frage behandelt, ob wir uns dank des Internets zu einer Gesellschaft der falsch Informierten wandeln.

Stellt das Internet eine Gefahr für den Journalismus dar, weil nun jeder publizieren kann?

Nein. Für kompetent recherchierte, gut aufbereitete Information wird es immer Bedarf geben, daran ändert auch das Medium Internet nichts. Einzig wird sich der Distributionskanal verstärkt in Richtung Web verlagern. Mit hinein in diese Fragestellung spielt auch die von vielen Journalisten bravourös kultivierte Angst vor der Ersetzung der Tageszeitung durch die Blogosphäre.

Warum allerdings muss von einem Ersetzen die Rede sein? Oder gar von einer Abschaffung des Journalismus? Aufgabe des Journalisten ja mitnichten das Füllen von Papierseiten mit Druckerschwärze, sondern die Schaffung von Inhalten, die hintergründige Aufbereitung von Informationen und eben als 4. Gewalt die Willensbildung der Bürger zu ermöglichen. Das Medium ist dafür zunächst sekundär.

Was ich durchaus glaube ist, dass im Bereich der Tageszeitungen Printprodukte über kurz oder lang hinfällig werden. Im Gegensatz zum Buch etwa, dessen Lesen ein Erlebnis darstellt und Muße erfordert, die man in Front eines Bildschirms nicht hat. Doch der primäre Nutzen einer Tageszeitung ist der Zugang zur Information. Eines der entscheidenden Gütsiegel für Information ist ihre Aktualität. Es ist ziemlich offensichtlich, dass diese im Internet wesentlich höher ist.

Wiese also sollte sich ein weniger aktuelles Medium langfristig halten können? Die Haptik der Zeitung? Wohl kaum. Etwa im Unterschied zum Hochglanzmagazin. Der vielzitierte Qualitätsjournalismus, der online angeblich nicht stattfinden kann? Ebenfalls nicht. Denn auch im Netz gibt es schon heute sehr hochwertigen Content – nur eben oftmals nicht bei den etablierten Medien, die ihre Nutzer lieber auf lange Klickstrecken schicken als ihnen auch im Internet ein gutes Feuilleton und ihre besten Autoren zu bieten. Die bewahren Sie für die Printausgaben auf, um noch einen letzten USP für sie zu schaffen. Doch auch dies wird sich ändern. Denn mit einer weiter zunehmenden Verlagerung der Werbebudgets ins Internet, wird es zunehmend lukrativer, dort präsent zu sein. Und da hochwertige Inhalte auch im Netz entscheidend sind, werden die Medienhäuser gar keine andere Wahl haben.

Letztlich muss sich also die Einsicht breit machen, dass das Internet nichts weiter als ein Kanal ist, auf dem ich Inhalte transportieren kann. Nur ist er den altbekannten Kanälen in vielerlei Hinsicht überlegen. Er ist aktueller. Er ist wesentlich günstiger als Print, was Grenzkostenfetischisten jubeln lässt. Er ist dialogisch (keine Angst vor dem Leser – er ist immerhin euer Kunde. Kostenlose Marktforschung sollte doch eigentlich Grund zur Freude sein. Und dann erst der Nutzen für die Meinungspluralität…). Er ist vernetzt. Ein Vorteil im Übrigen, der in nahezu jedem Onlineauftritt einer Zeitung oder eines Magazins viel zu wenig genutzt wird. Klar, die wollen ihre User schön bei sich behalten, doch sinnvoll und im Sinne der Leser ist das nicht. Wie müßig war es im PräLink-Zeitalter, sich die Quellen eines Berichts selbst mühselig zusammenzusuchen und wie einfach könnte es heute sein? So ließe sich die Liste noch um einiges fortführen.

Warum also die Angst vor dem Netz? Ebenso kann man es doch als wunderbare Chance betrachten. Jeder Journalist, der seinen Job liebt, sprich gerne schreibt, gerne informiert und gerne Denkanstöße gibt (bestenfalls sogar gerne neue Denkansätze findet?), sollte eigentlich verliebt ins Internet sein. Darüber, woran es liegt dass die meisten es nicht sind, kann jeder für sich selbst nachdenken.

Im Internet kann jeder schreiben und veröffentlichen, was er will. Wie soll man als Unternehmen da noch die Kontrolle über seine Kommunikation behalten?

Gegenfrage: Hatten Sie jemals wirklich die Kontrolle über die Kommunikation? Hat nicht Lieschen Müller schon immer im Dorf herumerzählt, wie miserabel ihr kürzlich erworbener Haartrockner ist? Haben die Menschen nicht schon immer mehr auf die Meinung von persönlich Bekannten vertraut, als auf die Botschaften der bunten, glitzernden Werbung? Klar haben sie.

Genau dies findet nun eben im Internet statt. „Schrecklich!“, könnte man sagen: „Da lesen das ja viel mehr Menschen!“. Stimmt. Könnte man. Alternativ kann man die Sache aber auch so betrachten: Erstmals haben Sie die Chance, mitzubekommen was die Leute über Sie reden und denken. Eine Gelegenheit, die Sie nie hatten, wenn Lieschen in Buxtehude mal wieder über ihren Haartrockner herzog.

Und natürlich können Sie nicht nur mithören, was die anderen sagen, sondern sie können mitreden. Beispielsweise Frau Müller erklären, dass sie die Plastikversiegelung schon entfernen muss, bevor ihr Haartrockner funktioniert. Oder aber, Sie entschuldigen sich für die Probleme und schicken ihr ein neues Gerät zu. Den zufriedenen Blogeintrag über ihren tollen Kundenservice gibt es übrigens gratis dazu.

Auf der Web 2.0 Mittelstandskonferenz fiel der Satz:

Wer Kommunikation beeinflussen will, muss Teil von ihr werden.

Denken Sie drüber nach.

Thomas Euler

Kurznotiz: Neues Layout

Nachdem mir mein altes Theme schon länger nicht mehr behagt hat, habe ich mich nun mal dran gemacht und Only Me mit einem neuen Gesicht versehen. Denke die zwei Sidebars entzerren die Optik doch ein wenig und das schlichtere Weiß sollte auch der Lesbarkeit zuträglich sein. Anmerkungen oder Kritik?

Was mich bei dem Theme allerdings stört: Die erste Zeile des Textes ist direkt an die drüberstehenden Angaben gedätscht – sieht nicht unbedingt schick aus. Leider entfernt der WordPress-Editor aber ein <br>-Tag zu beginn eines Textes. Irgendwelche Ideen, wie man das Problem lösen kann, ohne gleich auf einen eigenen Server samt eigenem WP umzuziehen?

Außerdem noch ein Hinweis für alle WordPress.com-User, die auch mit dem ‚Twenty-eight Thirteen‘-Template liebäugeln: standardmäßig sind alle Widgets direkt aneinander gepresst (scheint irgendwie ein durchgängiges Problem des Templates zu sein). Ich habe mir beholfen, in dem ich einfach ein leeres Text-Widget zwischen die einzelnen Tools gepackt habe.

Wer im Übrigen verärgert war, weil er Twitter nicht mit Hilfe der dort zur Verfügung stehenden Badges in WordPress.com einbinden konnte, der kann sich einfach Abhilfe schaffen, indem er seinen Twitter-RSSFeed (twitter.com/username oder mit Freunden twitter.com/home, jeweils ganz unten) in einem RSS-Widget einbaut. Leider nicht ganz so hübsch, aber besser als nichts. Habe mich nebenbei gefragt, ob ich nicht das Javascript-Badget auf einer anderen Seite hosten könnte, um diese dann via Text-Widget im Blog anzeigen zu lassen – geht sowas?

Thomas Euler

Am Dienstag hatte ich Rahmen der Web 2.0 Mittelstandskonferenz ein interessantes Gespräch mit einigen eher skeptischen Menschen zum Themenkomplex Informationen aus dem Netz. Dabei ging es um diverse Punkte die ich hier in zwei Teilen näher beleuchten will. Leider mit etwas Verspätung, allerdings ist meine Zeit momentan ziemlich knapp und zum Befüttern des eigenen Blogs bleibt leider weniger, als ich es gerne hätte. Man sehe es mir nach.

Wenn Menschen anfangen, sich nur noch über ihre jeweiligen, ganz speziellen Interessensgebiete zu informieren, indem sie entsprechende Kanäle beispielsweise via RSS abonnieren – geht dann die Grundlage für einen gesellschaftlichen Dialog über generelle Themenfelder verloren, weil eine gemeinsame Informationsbasis fehlt?

Eine absolut spannende Frage. Driften wir in eine Welt ab, in der es nur noch ganz diversifizierte Communities gibt, denen eine verbindende Gesprächsbasis fehlt? Nun, heutzutage ist es sicherlich möglich, sich nur noch in ganz bestimmten Fachblogs und -foren zu tummeln und daraus seine einzigen Informationen zu beziehen. Allerdings gibt es meines Erachtens nach zwei Punkte, die der These von einer totalen Zersplitterung der Informationsgesellschaft widersprechen.

1. Gibt es ein Grundbedürfnis des Menschen, mitreden zu können. Die Popularität von Gossipmagazinen und Co. unterstreicht dies. Beim Smalltalk im Aufzug, im Büro mit den Kollegen oder beim Besuch der Eltern: Man will mitreden können, über das, was aktuell passiert. Übrigens zieht sich dies sogar bis in die speziellsten Foren, deren Offtopic-Bereich in den meisten Fällen auch Gespräche über Bundestagswahlen oder die neusten Eskapaden von Paris Hilton beheimaten.

2. Ist die Spezialisierung ja mittlerweile kein brandneues Phänomen mehr. Auch vor 20 Jahren gab es schon Menschen, die Experten in ihrem Bereich (sei es Wissenschaft oder Hobby) waren und von speziellen Videos, Büchern bis zu Magazinen alles konsumierten, was es aus ihrem Fachgebiet gab. Waren das deshalb alles Fachidioten, mit denen ein Gespräch über andere Themen nicht mehr möglich war? Mitunter ja. Aber sicherlich nicht im überwiegenden Maße. Es ist letztlich jedes Menschen eigene Wahl, ob er sich in die Breite informiert oder nur ganz selektiv Inhalte wahrnimmt. Dies war noch nie anders. Das Internet erleichtert es natürlich ungemein, sich spezifisch zu informieren, doch wenn man sich die Zahlen anguckt, wer von diesen Möglichkeiten tatsächlich gebrauch macht, dann muss man feststellen: Die breite Masse tut dies noch nicht.

Führt das Internet zu einer Verbreitung von falschen Aussagen und Meinungen, weil Autoren mit mangelndem Fachwissen zu allem ihren Senf abgeben und die Leser ihnen alles glauben?

Sicherlich keine neue Kritik, aber eine, die sich lange hält und oft angebracht wird, wenn sich ein Gespräch um das Medium Internet dreht. Obwohl die Überlegung sicherlich nicht grundsätzlich falsch ist, ist sie auch keine Zwangsläufigkeit.

Zunächst ist entscheidend, dass gezielt, also etwa bereits in der Schule, an der Medienkompetenz der Menschen gearbeitet wird. Eine Information auf einem Blog kann falsch sein. Und eventuell ist die Gefahr, aufgrund einer mangelnden Überprüfung der Veröffentlichung, auch größer als im klassischen redaktionellen Umfeld.

Nur: Erstens gibt es auch aus ’seriösen Medienhäusern‘ oft genug Beispiele, die zeigen, dass auch dort falsches (gezielt?) verbreitet wird. Man gucke nur hier oder hier. Daraus resultiert, dass man als Rezipient stets und ständig seine Quellen hinterfragen sollte. Gleichgültig, ob es sich um ein Blog oder eine Tageszeitung handelt. Dass dies in der Realität viel zu wenig der Fall ist, gebe ich zu. Da hilft eben nur gezielte Bildung.

Zum zweiten stellen bei Weitem nicht alle Blogs private Motz- und Meckerorgane da, die auf jedwege journalistischen Qualitätsmaßstäbe verzichten. Man lese nur mal regelmäßig den Spiegelfechter. Und auch mangelndes Fachwissen ist keineswegs das neue Synonym für Blogger. Wissenschaftler wie Prof. Thomas Pleil oder erfahrene Praktiker vom Format eines Bob Batchelor betreiben exzellente Fachblogs und sind somit eine ideale Anlaufstelle, um sich mit einer Thematik näher auseinanderzusetzen. Natürlich gilt auch hier, niemals blind einer Information zu vertrauen. Wie gesagt allerdings, trifft selbiges für jegliches mediale Format zu.

Wie auch bei der herkömmlichen Presse kommt es eben auch bei Blogs darauf, welche ich denn lese. So wie sich die taz darüber ärgern würde, mit der Bild über einen Kamm geschoren zu werden, ist Blog eben nicht gleich Blog. Zunächst ist ein Weblog nämlich ein simples CMS und kann, wie jedes Blatt Papier, mit hochwertigem oder mangelhaftem Inhalt befüllt werden.

Zuletzt – auch wenn dies bestritten werden mag – reguliert sich das Netz eben doch zu einem gewissen Grad selbst. Diskussionen in Kommentaren, gegensätzliche Darstellungen auf anderen Blogs – all dies ist Ausdruck dieser Regulation. Natürlich ist hier wieder notwendig, dass der Leser eines Blogeintrags auch die Kommentare liest oder dem ein oder anderen Trackback-Link folgt. Wo wir wieder beim Thema Medienkompetenz wären.

In den nächsten Tagen folgt der zweite Teil, in dem es dann u.a. um die Frage gehen wird, ob Blogs eine Gefahr für den Journalismus darstellen.

[Update: Der zweite Teil ist nun online]

Thomas Euler

Seit nunmehr über einem Jahr streiten sich die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit dem Perlentaucher vor Gericht. Dabei geht es um die Art und Weise, wie der Perlentaucher die Rezensionen der beiden Blätter zusammenfasst und mit kommerziellen Interessen weiterverarbeitet. Die Methode der Perlentaucher-Redaktion ist es, Textstücke aus den verlinkten Originalen zu nutzen sowie deren Inhalte mit eigenen Formulierungen verknappt widerzugeben. SZ und FAZ klagen nun, da Sie befürchten, dass es künftig überflüssig wird, ihre Rezension zu lesen.

Nachdem das Landgericht Frankfurt die Klage im November 2006 abgewiesen hat, wird das Oberlandesgericht Frankfurt am 11. Dezember sein Urteil verkünden. Da den klagenden Parteien signalisiert worden war, ihre Anträge zu überarbeiten, wird ein Urteilsspruch zu Ungunsten des Perlentaucher erwartet. Für die deutsche Blogosphäre würde ein solches Urteil sicher nicht ohne Folgen bleiben. Die gängige Praxis, größere Versatzstücke aus anderen Artikeln zu zitieren und diese nur kurz selbst einzuleiten, könnte dann juristisch fragwürdig sein. Ebenso betroffen wären Aggregatoren-Dienste, die RSS-Feeds in Kurzform einbinden oder Abstracts zu Artikeln anbieten. Besonders interessant wird das Urteil daher im Hinblick darauf sein, wieviel Eigenleistung ein Beitrag beinhalten muss, um als rechtlich einwandfrei zu gelten. Denn der Perlentaucher schreibt mitnichten komplette Texte ab, sondern formuliert viel selbst – allerdings eben auf Grundlage des Originals, ohne dessen Aussageintention etwas Neues hinzuzufügen.

Natürlich kann man sich ohnehin Fragen, worin denn der Wert von Medien besteht, die wenig bis keine originären Leistungen schaffen. Auf den ersten Blick mag man geneigt sein zu sagen: Sie haben keinen. Dies jedoch ist kurzsichtig und übersieht den wichtigen Aspekt der Informationsverwaltung. Denn in der Flut der Nachrichten und Informationen, die jeden Tag auf einen einprasseln, ist es kaum möglich, sich ohne entsprechende Hilfsmittel einen geeigneten Überblick zu verschaffen. Jeden Tag alle relevanten Medien selbst zu durchforsten und nach interessanten Meldungen zu filtern ist nahezu unmöglich. Also braucht es entsprechende Dienste wie beispielsweise RSS oder eben den Perlentaucher.

Diese ermöglichen es, selektiv die Informationen zu finden, die man tatsächlich benötigt und erleichtern ein effektives Monitoring somit extrem. Davon profitieren dann nicht zuletzt die Medien selbst. Denn ihre Meldungen verbreiten sich durch Blogs & Co. ungemein und finden dadurch auch zu Menschen, die von selbst nie auf diesen Artikel gestoßen wären. Daher sind derartige Dienste schon heute von extremer Bedeutung für die Informationsverbreitung. Dies allerdings scheint in den klassischen Medienhäusern noch nicht wahrgenommen zu werden.

Beide Parteien haben allerdings bereits angekündigt, nach dem Urteil in Revision zu gehen. Letztlich entscheiden wird den Fall daher der BGH. Es bleibt also spannend.

Thomas Euler

Ralf Ostwald ist im Projektmanagement im F&E-Bereich bei Daimler beschäftigt und hat zum Thema Projektmanagement mit Hilfe von Blogs einen kleinen Artikel im Hausblog veröffentlicht. Dies ist für mich der Anlass, nun einige webbasierte Tools und deren Nutzungsmöglichkeiten im Projektmanagement zusammenzutragen. Als ersten Schritt werde ich mich auf das Knowledge Management konzentrieren.

Je nach konkreter Situation und Aufgabenstellung können dazu folgende Tools in diversen Kombinationen genutzt werden:

Blogs: Das Weblog bietet sich als offener und langfristiger Wissenspeicher an, in dem Informationen gut sortiert und aktuell auffindbar sind. Mit technisch geringem Aufwand ist es möglich, akutelle Tasks oder Ergebnisse zu präsentieren und zu kommunizieren. Je nach Sensitivität des Projekts muss man sich entscheiden, ob das Blog im Inter- oder Intranet liegen soll. Ein Blog im Internet hat hier ggf. den Vorteil, dass auch von externer Stelle Input kommen kann. Damit ein Projektblog effektiv ist, muss dafür Sorge getragen werden, dass alle Teammitglieder dort regelmäßig partizipieren.

Wikis: Wikis können im Vergleich zu Blogs verstärkt im Bereich der Konzeption und Umsetzung genutzt werden. Sie erfordern ein paar klare Regeln, wie dort zu arbeiten ist, bieten aber dann vielen Köpfen an verschiedenen Orten die Möglichkeit, an dem gleichen Punkt zu arbeiten. Außerdem können hier aus der Erfahrung heraus Abläufe standartisiert werden, womit in der Zukunft Zeit gesparrt werden kann.

Forum: Das Forum ist dort geeignet, wo es verstärkt um die Diskussion geht. Grade im Bereich der Ideenfindung ist es als kooperatives Dialogtool nutzbar.

Twitter: Der Microbloggingdienst eignet sich vor allem im Bereich der kurzfristigen Kommunikation und ist im Knowledge Management vor allem als schnelles Frage- und Resonanztool nutzbar. Ein komplett via Twitter vernetztes Team kann auch mobil kommunizieren und ggf. schnell auf aktuelle Anfragen reagieren.

Google Docs u.ä.: Webbasierte Officesoftware mit genauer Steuerung der Zugriffsrechte ermöglicht es, Textdokumente, Tabellen oder Präsentationen online zu erstellen, gemeinsam zu bearbeiten oder einfach zur Verfügung zu stellen. So lässt sich oft wertvolle Zeit sparen, da man auf vorhandenes Material zurückgreifen kann. Über die verfügbaren Dokumente sollte außerdem eine gut gegliederte und durchsuchbare Übersicht bereitgestellt werden.

Kalender: Mit Onlinekalendern kann zentral das Zeitmanagement von Teams oder Einzelpersonen erledigt werden. Durch ein gut geführtes System lassen sich Synergien nutzen und Überschneidungen vermeiden.

Bei weiteren Anmerkungen oder Fragen melden Sie sich einfach bei mir.

Thomas Euler

Interna:

Da ich als einer der Organisatoren des Kurzfilmfestivals XXS, das an diesem Samstag stattfindet (CineStar Dortmund, ab 19:00 Uhr, Karten im VVK), naturgemäß ziemlich viel zu tun habe, kann es diese Woche hier etwas ruhiger zugehen. Just for info.

Links:

New Study: It’s All About Product Reviews

Eine amerikanische Studie zeigt, dass mittlerweile über 60% der Konsumenten vor einer Anschaffung Online-Produktreviews lesen. Noch interessanter ist allerdings, dass von diesen Lesern fast 70% auch mit Freunden und Verwandten über diese Informationen reden. Unterstreicht die Wichtigkeit von Word-of-mouth.

Werbeoffensive im Web 2.0

Sowohl Facebook als auch MySpace schicken sich an, in Punkto Targeting zuzulegen. Nötig, wenn magere 0,04% Klickraten nach oben zulegen sollen. Wobei klassische Ad-Werbung in meinen Augen sowieso nicht den eigentlichen Möglichkeiten gerecht wird, die FB und Konsorten marketingtechnisch bieten.

Yahoo startet Geodienst und Studentennetzwerk

Yet another Social Network ist man hier geneigt zu sagen. USP soll sein, Karrierenetzwerk für Studenten zu sein. Sozusagen das Xing für Studis. An sich sicherlich kein dummer Gedanke, aber andererseits frage ich mich, warum man als anvisierter User dann nicht direkt zu Xing gehen sollte. Oder Facebook kompetent zu diesem Zwecke nutzen. Werde mir die Sache bei Gelegenheit aber mal genauer angucken.

Wenn der Chef bloggt

Artikel über Corporate Blogs beim Managermagazin. Geht der Frage nach, wann sich ein Blog für ein Unternehmen lohnen kann und wie ein solches Corporate Blog dann ausgerichtet sein sollte.

Kurznotiz: annalist

Seit ein paar Tagen lese ich das Blog annalist, in dem die Lebensgefährtin des als ‚mg‘-Mitglied vor Gericht stehenden Andrej Holm über deren neuen Alltag zwischen Angst und Überwachung schreibt. Vor allem in Anbetracht der Haftbefehle, deren Beweisführung sich auf extrem dünnen Eis bewegt, wird eines deutlich: Wie allein der Begriff Terrorismus scheinbar auf allen Seiten die Objektivität schwinden lässt und Ermittlungsbehörden in blinden Aktionismus verfallen. Die Folgen für die davon Betroffenen bekommt man als Außenstehender selten mit und kann sie meist nur erahnen. Daher sind die Berichte auf annalist so lesenswert und gleichzeitig so schockierend.

Bin grade dabei ein Konzept für ein Weblog meiner Akademie zu schreiben. Wie generell bei Corporate Blogs muss sich natürlich auch in diesem Fall mit der Frage nach dem Umgang mit Kritik beschäftigt werden. Hier mal in Auszügen, was ich dazu ins Konzept geschrieben habe:

Der Umgang mit kritischen Stimmen

Vorweg eins: Wer ein Blog betreibt, gibt die Kontrolle über die eigene Marke automatisch ein Stück weit aus der Hand. Dies wird durch die wunderbaren Möglichkeiten kompensiert, die durch neue Kontakte und den direkten Dialog entstehen. Allerdings ist klar, dass man als bloggendes Unternehmen nach der tatsächlichen Güte der eigenen Leistung beurteilt wird. Dies darf jedoch nicht als Gefahr gesehen werden, sondern sollte Ansporn sein, sich stets zu verbessern. Dies wird auch von den Bezugsgruppen honoriert und geht mit einer gesteigerten Glaubwürdigkeit einher.

1. Kritik in den Autorenbeiträgen

Da sich die Blogger aus einem Team von Freiwilligen zusammensetzen […], ist nicht von sinnlosen Verbalattacken auf die Institution zu rechnen. Die bereits erwähnte Wichtigkeit der Webidentität hat ebenso Einfluss, wie auch die Erkenntnis, dass es kontraproduktiv wäre, seine eigene Ausbildungsstätte zu diffamieren.

Berechtigte und konstruktiv vorgetragene Kritik jedoch ist sowohl legitim wie auch wünschenswert, da sie gleichzeitig die Chance bietet, sich kontinuierlich zu verbessern. Dies muss Ziel jedes Unternehmens sein, schon der eigenen Konkurrenzfähigkeit wegen. Diese Form der Kritik wirkt kaum rufschädigend, da das Fehlermachen normal und menschlich ist. Im Gegenteil: Durch den offenen Umgang mit den eigenen Schwächen gewinnt die Glaubwürdigkeit und durch die Beseitigung der Mängel steigt das Ansehen und die Qualität des eigenen Service.

[…]

Um den authentischen Charakter des Mediums „Blog“ zu wahren, darf hier keine Zensurkultur Einzug halten. Dies würde auch nach außen hin schädigend wirken. Hier gilt: Vorbeugen durch gute Arbeit sowie Selektion der Autoren nach Vertrauen.

 

2. Kritik in den Kommentaren

Die Kommentarfunktion macht den Blog erst zu einem dialogorientierten Medium und stellt somit seine große Stärke etwa im Vergleich mit einem Printmedium dar. Wie erwähnt, wird hier aber auch die vollkommene Kontrolle über das eigene Markenimage (falls es diese überhaupt je gab) aufgegeben.

[…]

Als Maßstab für die Legitimität eines kritischen Kommentars soll die Rechtmäßigkeit des erhobenen Vorwurfs und die Art und Weise der Vorbringung dienen. Hier gilt: Unwahre Aussagen werden sofort gelöscht, ebenso wie Beleidigungen und explizite Rufschädigungen an Unternehmen oder Personen.

Kurznotiz

Grade beim Fischmarkt gelesen: Das Daimlerblog ist heute online gegangen. Der Start wurde ja schon einige Zeit mit Spannung erwartet, nun ist es also soweit. Noch kann man natürlich nicht viel über die Qualität sagen, erst zwei Beiträge sind online, zumindest aber das Design gefällt und wirkt souverän.

Irgendwo hatte ich mal gelesen, das es allen Mitarbeitern freistehen sollte, dort zu schreiben. Ob dies so stimmt konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen, zumindest folgendes findet sich aber in der Seite zum Warum des Blogs:

Dieses Blog wird von Daimler-Mitarbeitern geschrieben. Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und sind keine geübten Blogger. Aber wir wollen dazulernen.

Man darf also gespannt sein, wie sich das Blog entwickelt (ob der oder das Blog, darüber besteht übrigens bei Daimler Uneinigkeit, was lustig verpackt am Schriftzug oben rechts deutlich wird) . Wurde ja bisweilen hoch gehandelt als entscheidender Faktor über das künftige Standing von Corporate Blogs in Deutschland generell. Man wird sehen.

Grade gucke ich auf meinem Dashboard ausnahmsweise mal auf die Spalte für die am schnellsten wachsenden Blogs. Und was sehe ich da: Es gibt einen Nachrichtenblog für Nassau (wo ich immerhin sechs Jahre lebte) und Umgebung. Beide Projekte werden scheinbar sehr regelmäßig gepflegt und stoßen auf eine ganz ordentliche Resonanz. Besonders wenn man bedenkt, dass der Großteil der „klassischen Blogleser“ (abstrus, ich weiß) wohl eher kein Interesse an Nassau haben dürfte, der gewöhnliche Nassauer hingegen nicht dem Typus des „klassischen Blogleser“ entspricht. Kurzum: Finde ich klasse. So kann man sicher den ein oder anderen weniger Internetaffinen Leser für das Medium Blog begeistern und ich bekomme Infos aus der alten Heimat. Ohne die schändliche dortige Lokalpresse lesen zu müssen.

Allerdings wurde mir dort auch wieder vor Augen geführt, dass der immer so weit weg scheinende Schrecken oft doch ganz nah ist. So berichtet Rolf Goeckel in einem Beitrag über den Missbrauch an einem Jungen. Mein Bruder – der mitsamt seinen Eltern mittlerweile in Bayern wohnt – ist auch in dem Alter des Opfers und wäre somit auch ein potentielles Opfer. Hoffentlich wird der Täter bald gefasst; gleiches gilt für den von Interpol wohl identifizierten Kinderschänder, der jüngst für Schlagzeilen sorgte, nachdem sein Gesicht auf verfälschten Fotos rekonstruiert werden konnte.


(Quelle: Interpol)

Was mich im zweiten Fall besonders betroffen macht, ist: Der Mann ist vermutlich Englischlehrer.

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Update: Der nun auch namentlich identifizierte Täter wollte im Übrigen auch Priester werden, wie nach neuen Interpolinformationen bekannt wurde

Die Frankfurter Buchmesse ist eine der aufmerksamkeitsstärksten Messen Deutschlands, ein mediales Großevent. Bereits im zweiten Jahr hat die Messe auch das Medium „Blog“ für ihre Kommunikation genutzt. Obwohl morgen erst der letzte Messe- und damit Blogtag ist, will ich an dieser Stelle schonmal ein Zwischenfazit ziehen.Persönlich sehe und lese ich das Blog mit gemischten Gefühlen. Zum einen glaube ich, haben die beteiligten Blogger einen ganz passablen Job gemacht. Lese ich die 107 Beiträge, die mein Feedreader seit den ersten Autoren-Vorstellungen vor 10 Tagen gesammelt hat, so entsteht durchaus das wuselige Bild einer Messe in meinem Kopf. Ohne selber vor Ort gewesen zu sein. Bunt ist die Mischung der Dinge, die zu Beiträgen verarbeitet wurden. Eben all jenes, was man so auf einer Messe zu Gesicht bekommt.

Dies jedoch bringt auf der anderen Seite auch ein Problem mit sich: Für meinen Geschmack gab es zu viele Beiträge ohne erkennbaren Mehrwert, etwa wenn da über Kekse, halbe Hörbücher vom Focus oder andere Dinge, die die Welt nicht braucht bzw. wissen will geschrieben wurde. Sicherlich mag der ein oder andere dies unterhaltend finden. Auch will ich keineswegs in Abrede stellen, dass persönliche Anekdoten zum eigenen Messeerlebnisse prägend dazugehören. Aber: Letztlich soll das Blog ja die Kommunikation der „Ausstellungs- und Messe-GmbH des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels“ bereichern. Ob da Tarotkartenlegen und Kekse hilfreich sind?

Für mich ist die Fragestellung: Was soll das Blog genau leisten? Wen will ich damit erreichen und welchen Effekt soll es haben? Sicherlich sind hier zentrale Ideen:

  • den geneigten Internetuser für die Buchmesse interessieren und zum Dialog bewegen
  • aus Lesern auch Besucher machen
  • den Besuchern, auch dem Fachpublikum eine Orientierung bieten: Was gibt es zu sehen, was könnte für mich interessant sein?

und sicher nicht zuletzt:

  • den Blogleser für Bücher begeistern.

Natürlich nur ein paar mögliche Ansätze aber Controlling & Nachbereitung dürfen ja andere machen. Daher will ich nur mal diese Punkte kurz durchgehen: Weiterlesen »