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Seitdem Facebook die Funktion Secure Browsing eingeführt hat, funktionieren viele Apps und Tabs – insbesondere die neuen iFrame-Lösungen – nicht mehr bei Usern, die das sichere Browsen aktiviert haben. Dagegen kann man nun seit kurzem als App- oder Pagebetreiber etwas tun, wenngleich die Lösung mit ein wenig Aufwand verbunden ist. Wie dies am Beispiel eines individuellen Tabs (nunmehr bekanntlich eher eine „individuelle Unterseite“) funktioniert will ich kurz erklären: 

1. Zunächst richtet man seine App ganz normal ein (eine gute allgemeine Beschreibung dazu findet Ihr z.B. bei Thomas Hutter; das Menü sieht allerdings nun ein bisschen anders aus als auf den verwendeten Screenshots)

2. Die korrekte Konfiguration muss dann gemäß dieser Beschreibung erfolgen. Kurz gesagt gibt es nun die Funktion, eine sichere Variante der Seite zu hinterlegen, die dann angezeigt wird, wenn ein Nutzer mit https das Tab öffnen will. 

 

Facebook_apps_konfi_secure

Dazu müssen Hosting-seitig folgende Bedingungen erfüllt sein:
1. Der Server muss über ein gültiges SSL Zertifikat verfügen. Weiß man nicht, ob dies aktuell der Fall ist, fragt man am besten seinen Dienstleister. Hat man keinen Dienstleister, schaue kann ein SSL-Zertifikat z.B. hier bestellt werden: Verisign oder Ready2Host. Eine kostenlose Lösung stellt außerdem Heise hier vor.#

2. Die App muss zwei mal bereitgestellt werden: sowohl auf einer „http://“- als auch einer „https://“-Seite. 
Somit sollte dann sichergestellt sein, dass die eigenen Custom Tabs bzw. Apps wieder bei allen Nutzern laufen. Wer übrigens prüfen will, ob er von dem Problem betroffen ist, kann ganz einfach den eigenen Account in den Account Settings unter Security Settings (auf DE vermutlich Sicherheitseinstellungen!?) auf Secure Browsing (sicheres surfen!?) umstellen und dann testen, was er auf der eigenen Page noch zu sehen bekommt.

 

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Viele (besonders in den USA) bekannte Twitter-Nutzer bilden den Kern der neuen Twitter-Discover-Seite (zumindest das Video ist neu, die Seite selbst mag schon älter sein, bin dort kein Stammgast ;))

Besonders interessant finde ich das Ende des Videos. Dort heißt es: „Twitter – Follow your interests!“ Dies ist in meinen Augen der Versuch, sich klar von Facebook abzugrenzen. Twitter ist in meinen Augen – hierzulande noch stärker als in den USA – kein Tool, das im Mainstream der Webnutzerschaft Fuß fassen wird. Warum auch? Seit Facebook seinerzeit den Newsfeed eingeführt hat, findet der durchschnittliche Webnutzer genau die Funktionalität die er braucht, um seine Freunde / Kontakte kurz über die eigene Befindlichkeit zu informieren oder auf ein neues Foto hinzuweisen etc.

Bei Twitter hingegen stehen Themen und ein schneller Informationsfluss im Vordergrund. Allein schon die Architektur der Plattform begünstigt dies im Vergleich zu Facebook:

1. Es braucht keine gegenseitige Kontaktbestätigung; ich abonniere, was mich interessiert. Geht auf Facebook mit Hilfe von Pages zwar auch, hier allerdings 2. ins Spiel

2. Facebook filtert in der Standardeinstellung den Newsfeed relativ starkt (Stichwort: EdgeRank) und muss händisch konfiguriert werden, um als Realtime-Infodienst zu taugen. Machbar, aber kompliziert.

3. Wird Facebook von vielen Personen (noch) als privat begriffen, weshalb Sie eine Vermischung mit ihrem jeweiligen Business-Kontext höchstens passiv (als Fan einer Seite z.B.), aber nicht aktiv (als Micro-Publisher) betreiben.

Dies macht Twitter in Summe zu einem deutlich besseren Informationskanal, da ich mich sehr aktuell informieren und vernetzen kann, und zwar in dem für mich thematisch relevanten Kontext. Dies scheint Twitter erkannt zu haben und greift den Punkt in der eigenen Kommunikation stärker auf.

In meinen Augen ein kluger Schachzug, um sich deutlich von Facebook und anderen Netzwerken abzugrenzen.

 

Mit dem Update von Facebook in dieser Nacht hat sich das Social Network deutlich zu einem Livestreaming-Ansatz bekannt. Anstelle von mehr oder weniger zufälligen Updates der eigenen Freunde sieht man dort nun jegliche Aktivitäten aus dem eigenen Netzwerk. Ein ‚live Lifestream‘ in Twitter- bzw. Friendfeed-Manier also. Aufgrund der Fähigkeit von Facebook, Ereignisse aus externen Anwendungen wie z.B. Delicious oder Flickr zu importieren, erinnert es eher an Letzteres. Sieht man mal von der Tatsache ab, dass Friendfeed bis dato noch einen wesentlichen Vorsprung vor Facebook hat, was die Anzahl der aggregierbaren Dienste anbelangt, stellt sich die Frage: „Braucht es Friendfeed dann überhaupt noch?“. Immerhin ist die Nutzerzahl von Facebook wesentlich höher als die des ziemlich geekigen Friendfeeds.

 

Soweit richtig, dennoch gibt es einen elementaren Unterschied: Facebook ist ein geschlossenes System, Friendfeed ein offenes. Nicht nur sind Friendfeed-Profile auch ohne Registrierung für Andere einsehbar, hinzu kommt, dass im Gegensatz zur „Freundschaft“ auf Facebook kein gegenseitiges Einverständnis nötig ist, um die Inhalte einer Person zu sehen. Halte ich die gebündelten Aktivitäten von jemandem für Interessant, folge ich Ihm bei Friendfeed und verpasse fortan nichts mehr. Bei Facebook hingegen muss auch ich als interessant genug empfunden werden um eine Freundschaftsbestätigung zu bekommen. Denn eigentlich, auch wenn nicht jeder dies so sieht, ist Facebook eine Plattform zur Vernetzungen mit Real-Life-Kontakten.

Wie also sieht eine mögliche Koexistenz der beiden Dienste aus? Denn, soviel ist sicher, für den 08/15 User ist Friendfeed derzeit kaum interessant und durch das Facebook-Update nahezu redundant geworden. Die Daseinsberechtigung von Friendfeed ergibt sich in meinen Augen durch die Offenheit des Services. Daher sehe ich seine Zukunft als Publishing-Aggregator. Veröffentliche ich relevante Inhalte für den Rest der Welt an verschiedenen Stellen des WWW so sind sie bei Friendfeed bestens gebündelt aufgehoben. Triviales, wie meine neusten Flickrbilder (außer ich bin Fotograf) oder meine Lieblingssongs (außer ich promote Musik) haben dort in meinen Augen nichts mehr zu suchen. Diese Informationen will ich in der Regel eher mit meinen privaten Bekanntschaften und Freunden teilen und dies kann ich bestens über Facebook.

Solch eine professionelle, öffentliche, Nutzung macht es natürlich nötig, den eigenen Content besser Filtern zu können. Hier sollte Friendfeed arbeiten. Etwa sollen z.B. nur meine Twitterupdates mit einer URL, oder meine Flickrfotos mit dem Tag ‚Business‘ in meinem Feed erscheinen. Eine derartige Spezialisierung würde außerdem natürlich dazu führen, dass Friendfeed nur für eine (noch) kleinere Personengruppe interessant wäre. Allerdings ist der Nutzwert durchaus hoch. Etwa für (Online-)Journalisten, die sich so eine umfassende Referenzliste aufbauen wollen oder für PR-Agenturen, die ihre Veröffentlichungen zielgenau und gebündelt zusammenfließen lassen wollen. Daher scheint es in meinen Augen durchaus möglich, ein Premium-Model einzuführen und künftig Gebühren zu verlangen.

Zusammenfassend: Ich sehe das „neue“ Facebook als ideale Möglichkeit in Echtzeit mit meinem engeren sozialen Netzwerk in Kontakt zu bleiben. Endlich bekomme ich sämtliche Updates meiner Bekannten zu sehen ohne von Hand suchen zu müssen. Dies macht Friendfeed natürlich massive Konkurrenz und der Service muss sein Modell überdenken. Eine Fokussierung auf professionelle Content-Aggregation und Publishing scheinen mir sinnvoll zu sein (was übrigens die Frage nach einer Namensänderung mit sich bringen würde).   

Wie seht Ihr das? Sollte Friendfeed sich verändern oder alles beim Alten belassen? Oder habt Ihr einen ganz anderen Ansatz?

Thomas Euler (@ Twitter: ThomasE)

SNsCollage Ich gestehe: Seit einigen Tagen verspüre ich ein Kribbeln im Bauch. Vielleicht habe ich mich verliebt. Noch will ich es mir eventuell nicht ganz eingestehen, aber doch, es könnte sein. Es wäre das erste mal, dass ich mich einem Social Network geschlagen gebe. Aber mir scheint: Facebook hat dieses Potential.

Ich habe schon ein paar durch, genauer gesagt bin ich ein Internetkind der, naja, zweiten Stunde. Ich kenne noch klassische Forencommunities und als Uboot seinerzeit neu war, hatte ich dort einen Emailaccount – die ganzen „make friends“-Optionen interessierten mich nicht weiter. Dann lange Zeit nichts und irgendwann dann OpenBC, jetzt Xing. Das war grade heiß als ich mein Praktikum in der Cosmopolitanredaktion machte und natürlich schaute ich mal rein. Vermutlich ganz nützlich, aber irgendwie mochte der Funke nicht überspringen. Außerdem kostete es Geld und als Praktikant und dann Student ist dies die knappeste Ressource. Das gleiche Problem hielt mich dann auch davon ab, ein Fan von StayFriends zu werden.

Dann boomte StudiVZ und daher war für meine Altersgruppe auch jedes Stayfriends überflüssig (weshalb es auch keine lange Halbwertszeit haben wird). Anfangs war es ganz nett – dieser und jener alte Schulkamerad, ein neuer Mitstudent da, der macht nun dies und jener das. Ja, ein paar Tage war es ganz kurzweilig, sich so voyeuristisch zu betätigen. Aber allmählich schwand der Reiz. Nachrichten kann ich auch via Email verschicken, außerdem gibt es ja das Telefon. Gruppen sind kaum zur Diskussion geeignet, da das Forensystem nichtmal mit dem schlechtesten kostenlosen Forenhoster mithalten kann, und stellen somit kaum mehr da, als ein einzeiliges Statement auf dem eigenen Profil.

Somit ist mein derzeitiges Nutzungsverhalten dieses: alle paar Tage gucke ich bei StudiVZ rein, immer wenn ich grad dran denke, und sehe: Ah, wieder keine Nachricht, nichts auf der Pinwand und tschüß. Es bietet schlicht keinen wirklichen Mehrwert. Außer vielleicht dann und wann, wenn mich ein Freund anruft und sagt: „Mensch, da hab ich ein heißes Mädchen kennengelernt, guck dir die mal bei StudiVZ an“. Dann gucke ich nach, fühle mich als Voyeurist aber denke: Wer sein Profil nicht schützt ist ja auch selber schuld. Dank dieser eigentlichen Entäuschung haben mich dann Wer kennt wen, Lokalisten und Co. nie wirklich gereizt.

Und so waren bis vor ein paar Tagen Social Networks zwar immer irgendwie da, aber auch stets irgendwie ohne Relevanz und ohne Nutzwert. Aber nach immer mehr positiven Berichten über Facebook, etwa hier oder hier, gab ich dem StudiVZ-Vorbild auch mal eine Chance. Nach ein paar Minuten waren meine Gedanken: Wow! Cool. Was das alles kann! Oh, sowas gibt es auch, wahnsinn! Warum hat StudiVZ sowas nicht? Applications, ist ja cool.

Was es ist, das mich so euphorisch stimmt? Die Fähigkeit von Facebook, alle möglichen anderen Inhalte seiner eigenen Webaktivitäten zu bündeln und auf einer Seite zu aggregieren, was Facebook dank seiner offenen Struktur und den so möglichen Applications kann. Das ist durchaus clever uns sehr relevant, denn erstmals kann ich wirklich simpel mein getwittere, meine Bloginhalte, meine Bookmarks etc. zusammenführen und mir so eine universelle und (ganz wichtig:) kontrollierbare Webidentität schaffen.

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Das aber alleine ist erst der halbe Clou. Wirklichen Mehrwert bietet Facebook erst dadurch, dass all diese Aktivitäten in Form des Mini-Feeds gebündelt werden und automatisch in meinem Netzwerk weitergeleitet werden. Während man also für wirkliche Neuigkeiten in seinem Bekanntenkreis bei StudiVZ mühsam jedes Profil abklappern muss, in der Hoffnung, dass die Leute sowas auf die eigene Pinwand schreiben, weil es Minifeeds eben nicht gibt, bekommt man es bei Facebook geliefert. Es ist, reduziert auf einen Satz, nicht mehr und nicht weniger als die Schaffung eines automatisierten Kommunikations- und Neuheitennetzwerks zwischen Menschen.

NewsfeedFB

Das finde ich äußerst spannend und extrem nützlich. Warum die Liebe trotzdem noch nicht voll entbrannt ist? Nun, noch habe ich kaum ein Netzwerk und bemühe mich erstmal darum, die Schaar der StudiVZ-Jünger zu bekehren. Dann wird sich das begeisternde Konzept in der Praxis bewähren müssen. Allerdings spricht vieles dafür, dass dies durchaus gelingen kann. Schöne neue Welt!

Thomas Euler