Archiv für Oktober, 2007

Die Idee ist so einfach wie genial: Ebay Frankreich schaltet bald erstmals einen Werbespot im dortigen Fernsehn. Was dort zu sehen sein wird, bestimmt das handeltreibende Ebayvolk selbst. Denn jeder Ebayer hat die Möglichkeit, Platz in dem Spot zu kaufen. Das funktioniert so, wie man es von Ebay kennt. Jeder User kann in einer Auktion um den Platz mitbieten, Die Erlöse werden gespendet. Zugelassen sind Produkte aus zehn Kategorien, darunter Damenmode oder TV-Equipment.

EbayFR

Die beiden bereits abgelaufenen Versteigerungen lagen am Ende beide etwa bei 2000€. Die Auktion in der Kategorie Auto läuft noch, derzeitiger Stand ist schon über 4000€ – soviel also zur preislichen Dimension. Für die Hilfsorganisationen werden also ganz nette Summen herausspringen. Doch ums Geld geht es hier nur sekundär, was zählt, ist der zu erwartende Buzz um die Idee. Die nämlich ist äußerst gelungen, überträgt sie doch das übliche Ebayverfahren auf die Fernsehwerbung. Hier kann man von einer echten Innovation sprechen. Gepaart mit dem gemeinnützigen Verwendungszweck der Erlöse, sollte ein entsprechendes Presseecho sicher sein. Weitere Anwendungsfälle eines solchen Modells sind daher durchaus denkbar.

(via Adverblog)
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Traurig

Ich werde traurig, wenn ich Geschichten lese wie jene, die letzte Woche einem jungen Ehepaar in Hamwiede in der Lüneburger Heide passiert ist. Frisch vermählt wollten die beiden ihre Flitterwochen dort in einem Ferienhaus verbringen. Nach ein paar Tagen dann klopfte es abends vehement an die Tür. Es war die Polizei, die Einlass begehrte. Als der Mann aus dem Bad gehechtet kam und die Tür öffnete, konnte er grade noch aufmachen, bevor die Polizisten die Tür nach eigener Aussage eingetreten hätten.

Er wurde prompt zur Seite geschoben, seine Bitte, die Polizisten mögen sich noch einen Moment gedulden, die Frau ziehe sich noch an, geflissentlich ignoriert und auf einen Durchsuchungsbefehl wegen Gefahr in Verzug verzichtet. Mehrere Beamte machten sich dann daran, das Haus zu durchsuchen, während die beiden auf dem Sofa Platz nehmen mussten. Das klingt nicht nur wie im Krimi, es ist auch so. Was aber veranlasste die Polizisten zu einem derart energischen Vorgehen, das nicht weniger als einen drastischen Eingriff in die Privatsphäre der beiden frisch Vermählten darstellt?

Nun, ein aufmerksamer Bürger hatte die Polizei verständigt, denn die beiden kamen erst in der Dunkelheit im Ferienort an und das noch ohne Auto. Und das ist alles? Ja. Glauben Sie nicht? Stimmt, eins fehlt: die beiden Deutschen sahen „orientalisch aus“.

Antidiskriminierungsgesetz? Scheint wohl nicht für alle zu gelten. Da beide Protagonisten selbst bloggen, kann man die Geschichte hier komplett nachlesen und hier nochmals in Kurzform. Außerdem stellt Omar (der Ehemann) hier einige Fragen zu dem Vorfall und ein Freund der beiden fasst alles lesenswert und zutreffend an dieser Stelle zusammen.

(entdeckt via Spreeblick)

Heute ist der lang erwartete Launch von DerWesten über die Bühne gegangen. Bereits gegen 00:30, als ich erstmals nachguckte, war es online und ich meldete mich an. Während übrigens mein üblicher Name ThomasE bereits vorgemerkt war, hatte ich doch tatsächlich Glück mit: Thomas – so simpel-dreist hat es wohl noch keiner probiert.

Eigentlich war dann auch mein Plan, das Ganze heute auf Herz und Nieren zu testen und meine Eindrücke hier zu veröffentlichen. Jedoch wäre ich damit bei bestem Willen nicht der Einzige und damit wenig kreativ gewesen; zudem ist es so: bei einem solchen Portal, das sich irgendwo zwischen Onlineangebot einer Tageszeitung (bzw. in this case: mehrerer) und Social Community etablieren will, fände ich es vorschnell, bereits nach einem Tag ein Urteil zu fällen. Daher habe ich mich dazu entschieden, ein paar Wochen ins Land gehen zu lassen, während denen ich das Portal, die Community und beider Entwicklung beobachte. Dann werde ich mich umfassend dazu äußern.

An dieser Stelle sei also nur in knappester Form mein erster Eindruck geschildert: Durchwachsen mit Tendenz ins Positive. Für ein deutsches Verlagsprodukt, das in Eigenregie aufgebaut und nicht eingekauft wurde, gradezu revolutionär. Viele Feature sind auch wirklich nett und brauchbar, manches fehlt mir und wieder anderes finde ich unglücklich gelöst. Aber wie gesagt: Ein fundiertes Urteil braucht eine gewisse Zeit.

Links:

Mehr von der Überwachungsfront:

Bilder aus Videoüberwachung könnten künftig einen Monat gespeichert werden

Wie der Titel schon sagt, will das Bundesinnenministerium auf Wunsch der Bundespolizei künftig Videobilder einen Monat lang speichern. Betroffen wären hiervon Kameras an Flughäfen und Bahnhöfen.

Zypries: Karlsruher Urteil wird nicht entscheidend für Online-Ermittlung sein

Justizministerin Brigitte Zypries ist der Onlineüberwachung gegenüber skeptisch. Auch die SPD will wohl verstärkt programmatisch gegen mehr Einschnitte in die Privatsphäre mobil machen. Abwarten.

Ich bin dann mal weg

Was es nicht alles gibt! In Wien zumindest haben sich an diesem Wochenende die Pforten zu einer Scheidungsmesse geöffnet. Impressionen davon gibt es bei der Süddeutschen.

Die Süddeutsche berichtet über ein neues Start-up aus Deutschland, das auch ein Stück vom Websuch-Kuchen haben möchte. Bialex nennt sich das Ganze und soll, wie im Artikel steht, laut Branchenkennern ganz gute Aussichten auf Erfolg haben. Also hab ich mich mal genauer umgeguckt.

Wie funktioniert das Konzept? Nun, erstmal werden nur Inhalte gefunden, die vorher von Usern angelegt werden, eigentlich also der klassische Katalog. Das solche usergefütterten Suchdienste problematisch sind, hat etwa Robert hier bereits ganz zutreffend veranschaulicht. Erschwerend kommt im Fall von Bialex noch hinzu, dass der User für seinen Eintrag auch noch Geld bezahlen soll – einen Euro pro Monat. Das Besondere, von den Machern als Innovation deklarierte, ist nun, dass bei Bialex (was sich aus Bibliothek und Alexandria zusammensetzt) Treffer als Bücher dargestellt werden. Das sieht nicht nur hässlich aus, sondern man fragt sich auch: Wo ist hier der Nutzen?

Bialex.com

Ich gebe also einen Begriff ein, muss dann erst mühsam über die Buchrücken scrollen, bekomme dann erst den Titel der Seite und die Kurzinfo angezeigt. Wenn ich allerdings auf die Seite gelangen will, muss ich erst auf das Buch klicken. Dieses öffnet sich dann und ich bekomme das Impressum des „Autors“ gezeigt; erst hier finde ich den (oder die) Link(s). Weiterlesen »

Chiptuning

Vor ein paar Tagen hatte Robert gefragt, ob sich seine Leser einen Chip einpflanzen lassen würden, der es ermöglicht, von Überall problemlos auf die Wikipedia zuzugreifen. Heute hat er das Ergebnis veröffentlicht. Von seinen Lesern würden sich
54% einen Chip einpflanzen lassen,
9% sind sich unschlüssig und
37% keinen Chip einpflanzen lassen.

(Basis: 221 Befragte)

Robert ist der Meinung, dass dies langfristig beinahe unvermeidlich kommen wird. Er könnte damit Recht haben, keine Frage. Warum ich dies aber keinesfalls gutheissen würde, habe ich auch als Kommentar geschrieben:

Ich denke (und hoffe) auch, dass dein Publikum da nicht wirklich repräsentativ ist, Robert.

Was mich am meisten beängstigt an dem Gedanken, es könnte solche Wissenschips eines Tages geben, ist es, dass Wissen damit zur bloßen kurzfristigen Information verkommt. Ein eigentlicher Wissenserwerb durch eigenes Lernen wird kaum mehr nötig sein. Doch grade dies ist ja eine Kernfähigkeit des Menschen: sich zu bilden. Wenn alle Information stets abrufbar ist, verliert sich jedoch diese Notwendigkeit. Den Menschen aber, der nichts mehr lernen, sich kein Wissen mehr mühsam aneignen muss, stelle ich mir wie die geistige Version dessen vor, was in materieller Ausprägung bei MTVs “My Sweet Sixteen” zu sehen ist. Verzogen, unreif, unreflektiert und letztlich: dumm.

Zudem: Was ist mit neuen Erkenntnissen? Wenn jeder es gewohnt ist, nur noch abzurufen, wird er dann des eigenen Denkens überhaupt noch fähig sein? Wird Innovation und Forschung dann noch über ein reines Kombinieren und Neusortieren des Bekannten hinausgehen? Ist nicht eher zu befürchten, dass aus der geistigen Faul- & Trägheit ein Unvermögen entsteht, komplexe Zusammenhänge selbstständig gedanklich nachzuvollziehen und Neues zu denken? Oder bin ich Kulturpessimist und es wie heute, nur ohne Internet-Tablett sondern mit Chip? (Oder sind wir heute schon auf dem oben geschilderten Weg?)


			

mix it up #7

Links:

Fox News: Al Qaeda is causing the CA wildfires.

Endlich klärt Fox auf, wer wirklich hinter den Waldbränden steckt. Danke!

Bildwelt:

LegoFlugzeug

Ich bin immer Legofan gewesen; gibt meiner Meinung nach kaum ein besseres Kinderspielzeug. Diese Werbung macht klar warum: Kreativität und Phantasie wird unheimlich beflügelt. Tolles Spielzeug und tolle Anzeige.

Diese Woche hatten wir ein sehr gutes und interessantes Gespräch mit einem der Gründer eines deutschen, ziemlich angesagten Modelabels in Düsseldorf. Derzeit strecken wir unsere Fühler in die Branche aus, versuchen möglichst viele Kontakte zu knüpfen und Informationen zu sammeln. Außerdem sind wir natürlich immer gespannt, welches Feedback wir bekommen, wie unsere Ideen aufgenommen werden. Erstens scheint es so zu sein, dass die Modewelt noch nicht im Web 2.0 angekommen ist. Da saßen wir also in Düsseldorf im Showroom und unser Gesprächspartner erklärte uns, er sei überhaupt nicht internetaffin, aber wisse natürlich, dass sich dies bei vielen Menschen zunehmend ändert. Als ich ihm aber von Tagging, Wishlists, Avataren etc. erzählt habe, konnte er nicht folgen. Onlineshops sind da eben zumeist noch simpel bebilderte Abverkaufsflächen ohne irgend eine Form von erweitertem Produkt oder Zusatznutzen. Also haben wir ihm gezeigt, was wir machen wollen und seine Reaktion war absolut positiv. Auch seine Assistentin fand es regelrecht cool, was wir planen.

Das sind natürlich die Reaktionen, die wir uns erhofft haben. Da die beiden auch nicht die ersten sind, die so reagieren, scheint das Konzept also tatsächlich was zu taugen (nicht das wir daran gezweifelt hätten, aber Bestätigung ist natürlich immer schön). Außerdem haben die beiden uns mit jeder Menge nützlichen Zusatzinfos aus der Modebranche ausgestattet. Hätten sie nicht gemusst, taten sie trotzdem. Sowas ist natürlich Gold wert, aber auch menschlich gesehen ein Gewinn. Solche Kontakte pflegt man dann auch gerne. Achja, Klamotten haben wir uns natürlich auch angeguckt. Die passen wie die Faust aufs Auge zu unserem Konzept. Gepaart mit den tollen, gründerfreundlichen Konditionen, die wir dort bekommen, wird dieses Label sicher bei uns gelistet werden

Nächste Woche wird dann auch die erste Fassung des Businessplan stehen, mit der wir dann an potentielle Investoren herantreten werden. Von der Technikfront gibt es leider noch nichts neues, denn unsere Kontakte haben bislang noch nichts handfestes zu Tage gefördert. Da sind wir weiter hinterher und bemüht, schnellstmöglich jemanden zu finden.

Dieser Artikel ist die Fortsetzung von Wir wollen Gründen

Bei Netzpolitik kann man heute von Plänen der Bundesregierung lesen, die vorsehen, künftig massiv mit anderen Staaten Bürgerdaten zu tauschen. Informationelle Selbstbestimmung? Pustekuchen. Aber is‘ ja alles im Sinne der Sicherheit. Na dann is ja jut.

Zitiert

„[…]; wenn man die Vergangenheit betrachtet, hat man immer den – vermutlich trügerischen – Eindruck eines gewissen Determinismus.

Aus Elementarteilchen von Michel Houellebecq

Ich fand diesen Gedanken ziemlich betrachtenswert und stimmte ihm zunächst spontan bei. Nachdem ich allerdings ernsthaft der Frage nachging, ob ich selbst denn diese Sichtweise teilen könne, kam ich doch zu einem etwas anderen Urteil. Es findet zwar eine gewisse Verklärung des Vergangenen statt und tatsächlich kann ich selbst das Phänomen beobachten, dass vieles, was einst geschah – zu seiner Zeit scheinbar ohne Sinn und oftmals auch negativ empfunden – dann in der Betrachtung aus einigem Abstand eben doch eine gewisse Sinnhaftigkeit entfaltet. Platt formuliert: Alles ist zu irgend was gut. Aber ist dies bereits ein Determinismus (auch nur ein trügerischer, also rein empfundener)?

Mitnichten, denn es stellt die einzige Möglichkeit von Geschehen in einer zeitlichen Folge dar und entspricht schlicht dem Ursache-Wirkung-Prinzip, denn alles was wir tun ist zum einen Wirkung des Vorhergegangenen und gleichzeitig Ursache für das Folgende. Das Jetzt hätte also gar nicht erst die Möglichkeit, sich in der Form zu präsentieren, wie der Fall, wäre nicht vorher passiert, was passierte. Dahinter verbirgt sich aber keinesfalls eine Form der Vorbestimmung, da von jedem Jetzt aus gesehen, verschiedene Möglichkeites des Danns existieren. Einzig ist die tatsächlich eintretende Version des Danns erst möglich durch eben jenes Jetzt. Ein Determinismus läge allerdings nur dann vor, wenn jedes Jetzt nur genau ein Dann zur Folge haben könnte. Abermals einfacher: Was ich jetzt tue nimmt zwar Einfluss auf meine Zukunft, was man rückwirkend betrachtet dann leichtfertig als „schicksalhaft“ bezeichnen könnte, dies allerdings wäre falsch, weil eben aus der Gegenwart gesehen multiple Möglichkeiten offen stehen. Diese sind zwar alle Wirkung der Gegenwart, jedoch nicht die einzige, zwingende Wirkung.

mix it up #6

Links:

Es gibt sie noch

In der Hoffung, daß Sie eine zu Ihnen passende Unterkunft finden und uns Ihr Besuch erspart bleibt verbleiben wir

Letzter Satz der Absage des Holiday Inn Dresden an einige NPD-Funktionäre. Toll sowas zu lesen! Dem Dank an Herr Lohmeyer schließe ich mich daher an.

Plädoyer wider den Alarmismus beim Jugendmedienschutz

Wenn sich sogar der FSK gegen härtere Jugendschutzbestimmungen ausspricht, weil es eben Aufgabe der Eltern sei, die Medienerziehung der Kinder proaktiv zu gewährleisten, muss wohl was dran sein.

Zur schönen Aussicht

Via Don Dahlmann bin ich auf diesen Artikel gestoßen, der von nicht mehr und nicht weniger berichtet, als einer fast komplett überwachten Siedlung. Sogar der Müllentsorge-Rhythmus der Bewohner wird kontrolliert und dokumentiert. Wo das ist? In der Zukunft? Neues Buch a la 1984? Neee. In Deutschland. Genauer: In Stade. Don sagt, er denkt bei sowas ans weggehen. Ich auch.

Gedankenwelt:

Es gibt diese Abende, da ist man nur noch gespannt, was denn am nächsten Tag passiert. Heute ist nicht so ein Abend. Morgen werde ich mit Laurent nach Düsseldorf fahren, mehr Kontakte wegen unserer Gründung knüpfen. Abends gebe ich dann Nachhilfe und später kommt mein Vater. Da steht also alles fest. Außerdem habe ich heute keine Zeit für Gedanken an morgen. Obwohl es gleich zehn ist, hab ich noch einige Punkte auf der Agenda. So kommt zumindest keine Langeweile auf. Mir gefällt’s!

Am Wochenende haben wir es definitiv beschlossen: Wir wollen das Abenteuer eingehen und ein Unternehmen gründen. Und ja: auch wir wollen die vermeindliche Web 2.0 Blase ein Stückchen weiter aufblähen. Aber der Reihe nach:

Zunächst zur Frage: Wer ist „wir“? Wir sind Sarah Harder, Laurent Schüller und meine Wenigkeit. Allesamt Public Relations Studenten der WAM. Das wir zusammen arbeiten können hat sich in den letzten Monaten bereits unter Beweis gestellt, denn wir organisieren derzeit gemeinsam das Kurzfilmfestival XXS.

Was wollen wir machen? Zuviel werde ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten, zumindest nicht zum jetzigen Zeitpunkt. Soviel sei allerdings gesagt: Wir haben uns seit einiger Zeit Gedanken darüber gemacht, wie man Mode im Internet besser verkaufen kann. Dass wir damit durchaus fruchtbaren Boden beackern, zeigen aktuelle Projekte wie Polyvore und ähnliche. Allerdings werden wir uns in einigen Punkten deutlich davon abheben, grade was das Geschäftsmodell anbelangt. Da wollen wir andere Wege gehen als die meisten aktuellen Social Shopping Plattformen.

Wie ist der aktuelle Stand? Wir stehen ganz am Anfang. Wir haben unsere Gedankenspiele erstmals konkretisiert und ein Konzept dessen erarbeitet, wie wir funktionieren wollen. Daraus entsteht aktuell die erste Version des Businessplan. Wichtig für uns ist allerdings, dass wir bereits genaue Vorstellungen haben, was wir in welcher Weise anbieten wollen. Und wir haben beschlossen, es wirklich und ernsthaft anzugehen; auftauchende Hürden und Probleme inbegriffen. Einige Kontakte bestehen auch schon und die Resonanz ist bislang erfreulich positiv. Die nun aktuell wichtigsten Tasks sind zweierlei: Die technische Realisierung in die Wege leiten und Investoren finden.

Zur technischen Realisierung: Da wir eine Plattform brauchen, die sich zwischen Shop, Social Graph und grafischer Oberfläche bewegt, suchen wir jemanden, der die Entwicklung dessen leisten kann. Dies ist nicht ganz einfach, da der Markt für Entwickler derzeit ziemlich gut aussieht und die guten Leute sich aussuchen können, was sie machen. Da steht man als Grüppchen Gründungswilliger, die wenig mehr als eine Beteiligung an der künftigen Firma anbieten können, sicher nicht am besten da. Daher loten wir derzeit erstmal alle mehr oder minder entfernten Netzwerke nach potentiellen Kandidaten aus. Wer hier Vorschläge hat: bitte melden! Zeitgleich suchen wir allerdings auch schon Investoren und werden, falls dabei erfolgreich, auch einen Entwickler beschäftigen. Dies ist allerdings zunächst nicht unsere Idealvorstellung.

Investorensuche: Ist eigentlich selbsterklärend. Gibt diverse Leute, an die wir uns wenden werden, wenn in den nächsten Tagen der erste Entwurf des Businessplans steht. Auch hier gilt: Interessenten sind stets willkommen!

Bleibt zuletzt noch die Frage: Warum blogge ich eigentlich über so ungelegte Eier!? Nun, ich glaube daran, dass sich auf diesem Wege immer wieder interessante Kontakte ergeben. Erster Punkt. Zweitens: So eine Gründung zu dokumentieren ist für die eigene Motivation recht nützlich, weil man so eben ‚machen muss‚, da man ja öffentlich agiert. Und sicher nicht zuletzt ist es vielleicht für Außenstehende auch spannend, solch einen Prozess begleiten zu können. Und das mit allen Optionen: Vom Scheitern bis zum Erfolg. Was uns lieber wäre, sollte keine Frage sein, aber etwas Realismus ist sicher angebracht. Immerhin wissen wir um die Statistik. Was uns aber natürlich nicht davon abhält, an unser Projekt zu glauben. Vielleicht kognitive Dissonanzen, aber so sind Gründer vermutlich und müssen so sein. Updates werden also folgen.

Unsere Welt verändert sich mit enormer Geschwindigkeit. Dem gegenüber steht ein System von Normen, die das Miteinander im alltäglichen Leben regeln, kurz die Etikette. Die jedoch ist weitaus schwerfälliger als die Technik. Mittlerweile ist es also berechtigt, sich Gedanken darüber zu machen, wie sich jener Wandel auf die Umgangsformen auswirkt.

Nun stellt sich mir grade folgende Frage: Wie verhält es sich mit ‚Freundesanfragen‘ in einem Social Network, wenn es sich um eine berufliche Beziehung handelt, in der die Hierarchien klar sind? Beim Händeschütteln wäre es ebenso klar, wie beim Anbieten des „Du“: der Höherstehende würde hier das jeweilige Angebot machen. Ist dies aber auf das eigentlich hierarchielose Beziehungsgeflecht eines SN übertragbar? Oder gilt hier viel mehr der Grundsatz, dass eben derjenige anfragt, der den anderen zuerst entdeckt? Vielleicht auch alles sinnlose Gedanken, weil in Zeiten der totalen Vernetzung solche altbackenen Prozeduren nur kommunikations- und damit schlimmstenfalls auch innovationshemmend wirken?

Ich weiß es nicht und lasse mich hierüber gerne aufklären.

Ich hatte ja vor ein paar Tagen bereits auf neue Entwicklungen in der Musikbranche hingewiesen. In einem Artikel für Süddeutsche.de beurteil Johannes Kuhn diese nun und kommt zu einem differenzierten Urteil. Zum einen verschieben sich wohl die Haupteinnahmequellen weg vom Konsumenten hin zum Lizenzverkauf zwecks Weiterverwertung. Außerdem stelle das Internet durchaus eine Chance für den Nachwuchs dar. Jedoch:

Ob die ständig wachsende Zahl von Plattformen zu mehr Internet-getriggerten Erfolgsbands wie den Arctic Monkeys führen wird, bleibt zweifelhaft. Die wahre Fanbindung liege weiterhin nicht im Virtuellen, sondern auf der Straße, in den Livekonzerten

Letztlich entscheidet eben doch die musikalische Qualität. Hoffentlich.

mix it up #5

Links:

Arcor muss YouPorn sperren

Das Landgericht Frankfurt am Main bestätigt eine einstweilige Verfügung gegen Arcor. Der ISP muss nun seinen Kunden den Zugang zu YouPorn.com verwehren. Ich habe mich nach der ersten Internetzensur vor ein paar Wochen schon mal zu dem Thema geäußert, daher verzichte ich hier mal auf längere Kommentare.

Britische Schule testet RFID-Chips in der Schulkleidung

Schüler einer britischen Schule werden in einem Pilotprojekt jederzeit in ihren Klassenräumen auffindbar. Dank RFID und angeschlossener Datenbank, kann dort nun jeder Lehrer sehen, wo sich der Schüler aufhält – schön veredelt mit Bild und schulischen Leistungen des Betreffenden. Laut einem Sprecher des Kinder-, Schul- und Familienministeriums wird das Projekt von dort unterstützt. Man kann also davon ausgehen, dass sich das Model durchsetzen wird.

Einsame Herzen 2.0

Skurril? Menschlich? Lustig? Traurig? Absehbar? Jedenfalls boomt virtueller Sex und virtuelle Prostitution in Second Life. Leider entstehen dabei allerdings keine Kinder, weshalb zur Erhaltung des Menschen immer noch echter Sex notwendig ist – nur als kleine Erinnerung an alle SL-Liebenden.

Wie wollen wir leben?

Susanne Gaschke legt ein Plädoyer für die Entschleunigung unseres Lebens vor. Auch wenn ich der Autorin in einigen Punkten widerspreche, ein Artikel, der zum nachdenken anregt. Da ich einen artverwandten Essay seit längerem plane, gehe ich hier jetzt nicht dezidiert auf meine Kritik ein. Nur allgemein: Manchen geschilderten Sachverhalt kann man auch schlichtweg positiv beurteilen.

Kann nichts, tut nichts – ist berühmt

Jaja, das Internet oder wie Cory Kennedy zum it-girl wurde. Scheinbar ganz ein Kind unserer Zeit. Allerdings muss ich durchaus zugeben, dass man ihr einen gewissen Sexappeal nicht absprechen kann.